Abwärtsbewegung am Ölmarkt

Die Ölpreise können ihr derzeitiges Preisniveau nicht halten. Positive Nachrichten können die Ölpreise aktuell nicht dauerhaft stabilisieren.

14.07.2020 | Robby Erkmann

Daher fallen die Ölpreise nun schon den zweiten Tag in Folge. Nachdem die Ölfutures in den letzten Wochen ein 4-Monatshoch erreichten, glauben scheinbar viele Marktteilnehmer nicht an ein dauerhaftes festeres Preisniveau. Das hängt auch stark von den Entwicklungen in den USA ab. In der vergangenen Woche hat das DOE die US-Rohölbestände rund 18 Prozent über dem 5-Jahresdurchschnitt eingeschätzt. Das lässt Rückschlüsse auf eine anhaltende eher schwache Rohölnachfrage zu. Zudem war mit dem Nationalfeiertag in den USA auch die sonst so hohe Benzinnachfrage eher schwach ausgefallen. Doch nicht nur die Nachfrage stimmt die Märkte nachdenklich. Auch die Coronainfektionen in den USA stimmen die Märkte bearish. In Kalifornien gibt es für das öffentliche Leben nun wieder erste Einschränkungen, damit die Fallzahlen wieder rückläufig werden. Zudem sollen die Schulen nach Möglichkeit mit Online-Unterricht in das nächste Schuljahr starten. Die neusten Zahlen aus den USA zeigen auch für Montag eine hohe Neuinfektionsrate. So wurden rund 65.000 Menschen neue Infektionen registriert. Damit wird auch in anderen Bundesstaaten ein erneuter Lockdown für Teilbereiche des gesellschaftlichen Lebens immer wahrscheinlicher. Daher kann auch die Erwartung an der Rohölnachfrage schnell überholt sein, da die wirtschaftlichen Aktivitäten der Firmen sich nicht so schnell erholen wie erhofft. 


Chinas Beziehungen belasten


Die USA spielen auch an anderer Stelle eine maßgebliche Rolle für die Entwicklung des Ölpreisniveaus an den internationalen Märkten. Mit Beginn der Coronakrise hat sich auch das diplomatische Verhältnis gegenüber der chinesischen Regierung stark verschlechtert. Wenngleich der Handelsstreit mit der Eskalation bei den Strafzöllen im Januar beigelegt wurde, kann aktuell kein Fortschritt verzeichnet werden. Das als Phase-1 bezeichnete erste Teilabkommen wurde noch nicht fallabschließend umgesetzt. Die USA werfen China weiterhin vor, die Verantwortung für den Ausbruch der Coronapandemie zu haben. Zudem ist der Konflikt und die Einflussnahme Chinas in Hongkong ungelöst und birgt Konfliktpotential auch gegenüber anderen Staaten. Allgemein stört sich der Markt an den politischen Konflikten mit China. Diesbezüglich wirkt sich das politische Klima auf die Ölpreise negativ aus.


WTI kostet heute Morgen 39,61 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert bei 42,29 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 47,99 Euro pro 100 Liter und bleibt damit auf dem Preisniveau der letzten Wochen. 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation