Aufwärtstrend bei den Ölpreisen

Die Notierungen an den Ölbörsen bleiben stabil. Einigung innerhalb der OPEC-Kreise über die Förderkürzungen stützen das Preisniveau nachhaltig.

04.06.2020 | Robby Erkmann

Quellen berichten, dass die OPEC und die erweiterten Mitglieder sich auf ein Preisziel von 40 bis 50 US-Dollar pro Barrel geeinigt haben. Damit werden die Preisansprüche Russlands gedeckt. Für Saudi-Arabien und die anderen OPEC-Mitglieder kann dieses Preisniveau dauerhaft nicht befriedigend sein. Der Break-Even für eine rentable Ölförderung liegt bei den Förderlanden des Nahen und Mittleren Ostens eher bei 70 bis 80 US-Dollar. Damit wird es bei der nächsten Verhandlung erneut viel Diskussionsbedarf geben. Wie es aktuell scheint, haben sich beide Seiten auf eine Verlängerung des aktuell Kürzungsniveau von 9,7 Mio. B/T um einen Monat geeinigt. Danach würden die Kürzungen wie vereinbart sukzessive zurückgenommen werden. Der Markt wäre entsprechend wieder besser versorgt und die Ölpreise würden unter Druck geraten. Dabei ist es wohl eines der Ziele Russlands, dass die Ölpreise nicht oder nur moderat steigen. Russland fürchtet, dass bei Preisen, die die 50 US-Dollar-Marke übersteigen die US-Schieferölindustrie wieder zu schnell und stark wächst. Der Rohölexport aus den USA hat in den letzten Jahren immer mehr Marktanteile generiert, da die OPEC zur Stabilisierung des Preisniveaus die Förderung gekürzt hat und somit Marktanteile abgeben musste. Dagegen ist die US-Schieferölindustrie stark gewachsen und hat auch eine deutlich bessere Kostenstruktur als früher.


Hurrikan-Saison beginnt


Im Golf von Mexiko beginnt die alljährige Saison der Tropenstürme und Hurrikans. In den letzten Jahren hatte dies immer wieder zu Preisvolatilitäten am Markt geführt. Aktuell wurde das Sturmtief Cristobal zum Tropensturm hochgestuft. Metrologen erwarten, dass er im Golf von Mexiko weiter an Stärke gewinnt. Dabei erwartet man das Zubewegen des Sturms auf die US-Golfküste und soll am Wochenende auf das Festland von Louisiana treffen. Deshalb wurden von bereits mit einigen Evakuierungen auf Ölbohrinseln reagiert. Die großen Ölförderer wie BP, Chevron und ExxonMobil haben noch nicht reagiert. Insgesamt kann der Markt mit der neuen Hurrikan-Saison wieder an Volatilität zunehmen und die Unsicherheit erhöhen.


WTI kostet heute Morgen rund 36,78 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert bei 39,53 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 48,88 Euro pro 100 Liter und somit wieder höher als gestern.
 

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