Besser Versorgung durch Regimesturz

Zurzeit rücken die Unsicherheiten und Konflikte in den Fokus der Analysten. Dabei kann die Entwicklung mittelfristig auch für einen Preissturz sorgen.

17.01.2020 | Robby Erkmann

Der Nahe Osten hat die letzten Wochen für die preisbestimmenden Neuigkeiten gesorgt. Die Unterzeichnung des ersten Teilabkommens im Handelskonflikt der USA und China am letzten Mittwoch wurde dabei fast außeracht gelassen. Der seit fast zwei Jahre andauernde Konflikt ist damit beendet. Zumindest dürfte es im anstehenden Wahlkampfjahr für US-Präsident Trump zu keinen schädigenden Handlungen kommen, sodass die Aussichten für das Weltwirtschaftswachstum positiv sind. Trump lobte das Abkommen, da die Handelsbeziehungen intensiver und fairer werden und beiden Seiten Vorteile bringt. Um China weitere Anreize für Verhandlungen zu geben, werden bestehende Strafzölle erst abgebaut, sofern ein zweites Teilabkommen mit weiteren Maßnahmen unterzeichnet wird. Dies betrifft die Strafzölle aus dem Jahr 2018, die Warne im Wert von 250 Milliarden US-Dollar mit rund 25 Prozent besteuerten.


Damit dürfte im neuen Jahr auch die Nachfrage nach Ölprodukten steigen, sofern das Wachstum der Weltwirtschaft anziehen wird. Der Iran kann dieses Jahr für starke Preisausschläge sorgen. Die innenpolitische Instabilität ist längst hin bekannt. Benigni, der Vorsitzende von JBC Energy sieht den Fall der iranischen Regierung nicht zwingend als stützendes Element. Seit den umfangreichen Sanktionen der USA ist die Rohölförderung stark gefallen, da es am Weltmarkt kaum noch Abnehmer gibt, die iranischen Rohöl beziehen. Benigni äußerte die Vermutung, dass er Ölpreis auf 40 US-Dollar fallen könnte, da mit einem neuen Regime und einer Aufhebung der Sanktionen kurzfristig 1,5 Mio. bis 2 Mio. B/T mehr Rohöl dem Markt zur Verfügung stehen könnte. Dies würde die Förderkürzungen der OPEC vollkommen unwirksam machen.


US-Wochenzahlen bleiben wirkungslos


Die wöchentlichen Bestandsdaten zur Entwicklung der Rohölbestände in den USA konnten ebenfalls kein Aufwärtspotential bei den Händlern wecken. Die Rohölbestände sind um 2,5 Mio. Barrel gesunken, doch dafür wurde bei den Produkten deutliche Bestandserhöhungen gemessen. Die Benzinbestände stiegen um 6,7 und die Destillatbestände um 8,2 Mio. Barrel. Dahingegend war auch die Nachfrage nach Rohölprodukten schwächer als in der Vorwoche, die bei nur 19,04 Mio. B/T gelegen hat. Die US-Rohölförderung knüpft an die Entwicklung des letzten Jahres an und ist um 0,1 auf ein neues Rekordhoch von 13,0 Mio. B/T gestiegen. Insofern hat diese Woche den Händlern und Verbrauchern eine sehr ruhige Handelswoche beschert. Die Unsicherheiten sind merklich zurück gegangen, sodass das Preisniveau wieder die erwartete Spanne erreicht hat. 

Brent kostet am heutigen Morgen 64,76 US-Dollar pro Barrel und die US-Sorte WTI notiert bei 58,65 US-Dollar pro Barrel. Beide Leitsorten liegen minimal oberhalb der Eröffnungskurse. Der Heizölpreis in Deutschland liegt heute durchschnittlich bei 66,09 Euro pro 100 Liter.

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