Bewegung im OPEC-Abkommen

Es war auf strategischer und kommunikativer Ebene zu einem Stillstand zwischen den OPEC-Staaten und Russland gekommen. Das kann sich nun ändern.

27.03.2020 | Robby Erkmann

Noch vor wenigen Wochen scheiterten die Verhandlungen über ein neues OPEC-Abkommen. Dies hat zu einem ersten Preissturz an den Ölbörsen geführt, da dies den Weg frei gemacht hat für starke Förderanhebungen der OPEC und Nicht-OPEC-Staaten. Nun zeigte Russland erstmal Verhandlungsbereitschaft die Gespräche über ein neues Abkommen wieder aufzunehmen. Der Ölpreis ist durch die weltweite Coronavirus-Pandemie im zweiten Zuge nochmals abgestürzt. Das Ölpreisniveau ist nun für alle Parteien existenzbedrohend. Insbesondere die arabischen Länder sind von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig. Deren Staatsverschuldung dürfte mit dem aktuellen Preisniveau rapide in die Höhe schnellen. Zugleich wären neue innenpolitische Sparmaßnahmen notwendig. Doch schon jetzt sind große Bevölkerungsteile in vielen OPEC-Länder sehr unzufrieden mit der Einnahmenverteilung aus den Rohölerträgen. Dies führte immer wieder zu politischen Unruhen, da Armut und eine mangelnde staatliche Fürsorge die unteren Bevölkerungsschichten in die Verzweiflung bringen. 


Daher ist der nun gemachte Vorschlag Russlands ein neues Hoffnungszeichen für eine Erholung des Ölpreises. Die stehen heute Morgen erneut unter Druck und liegen im Minus. Brent kostet aktuell 25,98 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert im Augenblick bei 22,61 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland verhält sich daher ebenfalls sehr volatil und schwankt außergewöhnlich stark auf niedrigem Niveau.


Aussichten bleiben sehr bearish


Der Chef des russischen Staatsfonds, Kirill Dmitriew äußerte sich besorgt um die Lage der Weltwirtschaft. So sei ein gemeinsames Handeln aller Länder notwendig, damit die Folgen möglichst gering gehalten werden können. Russland ist laut Aussage Dmitriew und dem russischen Energieminister Nowak bereit für neue Gespräche. Allerdings müsse es dazu eine Kooperation weiterer Länder geben, so die russischen Vertreter. Ungewiss ist dabei, welche Staaten damit gemeint waren. Angesichts der Ölpreise, die seit Jahresbeginn um 60 Prozent gefallen sind, ist ein zeitnahes Handeln kaum abzuwenden. Außerdem hatte Trump betont, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Thematik einschalten zu wollen. Eine direkte Beteilung ist laut Aussage des API-Chefs jedoch unwahrscheinlich. Daher bleibt es angesichts des massiven Nachfrageeinbruchs eine Mammutaufgabe die Ölpreise wieder auf ein angemessenes Niveau zu heben. 
 

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