Corona-Mutation beherrscht den Markt

Die Reaktionen auf die in Großbritannien aufgetretene Mutation des Coronavirus zeigen ihre Wirkung auf die Ölmärkte.

22.12.2020 | Christoph Warich

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten vor allem die Euphorie um die Impfstoffzulassungen und beginnende Impfprogramme zu einer positiven Stimmung geführt hat, scheint die derzeitige Situation für einen skeptischen Blick auf die Dinge zu Sorgen. Viele Trader haben seit November, mit den ersten Meldungen um die Wirksamkeit der Impfmittel, auf eine schnelle Erholung von Wirtschaft und Ölnachfrage gewettet. Diese Stimmung dreht sich im Moment.
Bereits seit einigen Tagen gab es Anzeichen für eine Überhitzung der aktuellen Rallye. Denn selbst wenn die Impfungen erfolgreich sein sollten wird es noch Monate und teilweise weit bis in die nächste Jahreshälfte dauern bis es zu einer Normalisierung des öffentlichen Lebens kommen kann.

Ölnachfrage in Asien geht zurück

Da sich der Ölbedarf in Asien, insbesondere in China und Indien, vereinzelt wieder auf ein Vorcorona-Niveau normalisiert hat war die Lage am Ölmarkt zuletzt durchaus positiv zu betrachten. Diese Einkaufstour scheint sich jedoch im Moment dem Ende zuzuneigen, viele Raffineriebetreiber haben ihren Bedarf für die nächsten Monate bereits gedeckt. Gerade China nutzt Niedrigpreisphasen gerne für das Auffüllen der Lagerbestände.

Marktlage

Neben dem harten Brexit und der faktischen Abschottung Großbritanniens, aufgrund der neuen Virusmutation, sorgt die Ankündigung Russlands seine Fördermenge im Januar und Februar zu erhöhen für weitere Unsicherheiten auf den Ölmärkten. Mit der angekündigten Förderungssteigerung Libyens und der erwarteten sinkenden Nachfrage des asiatischen Raums zu Jahresbeginn scheint der Aufwärtstrend der letzten Monate nun vorerst vorbei. Weitere Lockdowns, Reisebeschränkungen und Abschottungen werden die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch die Ölnachfrage global einschränken.
Die fundamentale Konstellation ist so insgesamt als leicht bearish einzuschätzen.

Die Preise an ICE und NYMEX tendieren wieder nach unten, Brent ist vorerst wieder unter 50 Dollar pro Barrel gefallen. Für Ein Barrel WTI liegt der Preis aktuell bei 47,05 Dollar.

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