Coronapandemie bestimmt den Ölmarkt

Angesicht der weltweit steigenden Fallzahlen geraten die Börsen und auch die Ölpreise zunehmend unter Druck, sodass die Preise nachgeben.

31.07.2020 | Robby Erkmann

In Deutschland liegt die Anzahl der Neuinfektionen auf dem Stand wie zu Hochzeiten der Pandemie im März. Daher fürchten Volkswirte, dass neue Einschnitte die Wirtschaft erneut negativ beinträchtigen können. In den USA verlagert sich das Infektionsgeschehen zunehmend von den am Rand der USA gelegenen Bundesstaaten hin zur Landesmitte, dem Mittlere Westen der USA. In Ohio wurde der stärkste Anstieg mit Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie gemessen.  Steigende Fallzahlen gibt es auch im Nordosten der USA, sodass man auch steigende Fallzahlen in New York befürchtet, wo es bisher verhältnismäßig ruhig ist. Man befürchtet, dass die restriktiven Maßnahmen sich über alle Bundesstaaten hinweg erstrecken werden. Neue Rekordzahlen bei den Ansteckungen verzeichnet auch Vietnam oder Spanien, sodass man in vielen Ländern mit neuen Gegenmaßnahmen rechnen muss. Das BIP in Deutschland ist überraschen stärker gefallen als bisher gedacht und verzeichnet mit etwas über zehn Prozent einen zweistelligen Einbruch. In den USA wurde der größte volkswirtschaftliche Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Die Nachfrage nach Rohöl war schon immer abhängig von der Auftragslage der Wirtschaft. Somit stellt sich auch hier die Frage, wie sehr die Nachfrage nach Rohöl im Jahresverlauf beeinflusst wird. 


Die Rohölpreise liegen heute Morgen erneut tiefer. WTI kostet aktuell 40,11 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert bei einem Preisniveau von 43,17 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bleibt ohne große Veränderung auf preiswertem Niveau, sodass 100 Liter Heizöl 46,54 Euro kosten. 


Kanada erhöht Exportmengen


Die Keystone-Pipeline und deren Betreiber TC Energy Corp. Hat die Genehmigung erhalten mehr Rohöl über die Pipeline in die USA zu exportieren. Durften bisweilen rund 590.000 B/T exportiert, dürfen nun bis zu 760.000 B/T exportiert werden. Das exportierte Rohöl stammt zumeist aus den Ölsandgebieten in Kanada. In den letzten Jahren gab es aufgrund von Engpässen bei den Transportmöglichkeiten, wie den Pipelines große Probleme die Exportmengen zu erhöhen. Sollten die Ölpreise sich stabilisieren wird auch die Förderung in den Ölsandgebieten wieder attraktiver. Grundsätzlich steigt damit das Angebot in den USA und kann auch neue Mengen schaffen, die aus den USA exportiert werden können und somit dem Weltmarkt zur Verfügung stehen. Angesicht dessen hat der Rohölpreis an den Ölbörsen es von vielerlei Aspekten sehr schwer sich zu behaupten. Ein nachlassender Ölpreis ist damit wenig überraschend. Zugleich kann das Preisniveau auch in den nächsten Wochen nachlassen. 

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