Coronavirus hat Märkte im Griff

Die Auswirkungen der weltweiten Ausbreitung werden immer realer und bedrohlicher für Wirtschaft und Konjunktur und damit auch für die Ölnachfrage.

13.03.2020 | Robby Erkmann

Die reale Wirtschaft wird mehr und mehr durch den Viruseffekt negativ betroffen. Als erstes sind die Sektoren aus Gastronomie- und Handel stark betroffen und verzeichnen starke Umsatzeinbußen. Als nächstes wird es den Logistik- und Personenverkehr treffen, wie die Luftfahrtbranche. Die Tourismusindustrie wird ebenfalls stark leiden, da Reisebeschränkungen Urlaube mehr und mehr unterbinden. Dies alles wird die Rohölnachfrage weiter auf Talfahrt schicken und so das Überangebot am Markt noch stärker etablieren. Es kann daher erwartet werden, dass die Bodenbildung der Rohölpreise noch nicht abgeschlossen ist. Goldman Sachs sieht die Möglichkeit von fallenden Ölpreisen, bis auf einem Niveau von 20 US-Dollar. Die Preise im zweiten und dritten Quartal werden ebenfalls sehr niedrig gesehen und liegen laut den Experten von Goldman Sachs bei rund 30 US-Dollar für Brent. Dieses Preisniveau wird für die weltweiten Rohölförderer verheerende Folgen haben können, denn eine kostendeckende Produktion ist dadurch nur schwer möglich.

Reifeprüfung für Ölindustrie

Die Ölindustrie hat aktuell zwei Schock zu verkraften. Denn der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland lässt die weltweiten Fördermengen stark steigen. Damit ist der ohnehin überversorgte Markt noch besser versorgt. Zudem tut das Coronavirus selbiges dazu und reduziert die weltweite Nachfrage nach Rohöl. Der Preiskampf wird aber folgen für die Ölindustrie haben. Allen voran Unternehmen, die einen hohen Break-Even-Preis haben, werden zeitnah Probleme bekommen, da keine kostendeckende Ölförderung möglich ist. Dies würde langfristig dazu führen, dass sich der Ölmarkt von selbst ausgleicht und sich einem Gleichgewicht annähert. Doch dieser Effekt wird keine kurzfristige oder mittelfristige Auswirkung haben. Daher könne Verbraucher vorerst recht sicher sein, dass das Preisniveau nicht ohne signifikante Neuigkeiten deutlich steigt. Die Angst vor einer Rezession ist daher sehr groß und lässt nach wie vor die Politiker dazu veranlassen, stützende und belebende Maßnahmen in Aussicht zu stellen.

Brent und WTI liegen heute deutlich im Plus. Damit bleibt die Schwankung der Rohölpreise enorm. So liegen die Rohölpreise mal 5 Prozent im Minus oder auch 5 Prozent im Plus. Brent kostet aktuell 34,97 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert bei 33,10 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 55,98 Euro pro 100 Liter und ist damit teurer als gestern.

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