Der Rohölpreis steht unter Druck

Die Ölpreise werden aktuell von der Coronakrise stark tangiert. Sorgen einer schwachen Nachfrage herrschen auch bei den OPEC-Mitgliedern vor.

28.09.2020 | Robby Erkmann

Die Produktionsstrategie dürfte derweil noch einige Zeit von notwendig sein. Die OECD-Rohölbestände bleiben auf absehbarer Zeit weit oberhalb des 5-Jahresdurchschnitts. Dies ist eine wichtige Kenngröße für die Handhabung der Rohölförderung der OPEC-Staaten. Barkindo, der OPEC-Generalsekretär schätzt, dass die Ölbestände im vierten Quartal 2020 abnehmen werden. Zugleich sollen die Bestände noch 123 Mio. Barrel über der Marke des 5-Jahresdurchschnittsliegen. Erst im nächsten Jahr hofft und schätzt er, dass die Bestände die Schlüsselmarke unterschreiten. Doch diese Entwicklung ist durch die Corona-Pandemie mit starken Unsicherheiten verbunden. Die Infektionsraten schnellen weltweit in die Höhe und die Gegenmaßnahmen sorgen dafür, dass sich die Wirtschaft nicht so schnell erholen kann, als es gehofft worden war. ConocoPhillips hat daher die Nachfrageprognosen eingestampft. Chris Brake, im Vorstand der VitolGroup hat ebenfalls wenig kurzfristiges Aufwärtspotential gesehen. Entscheidend ist, dass es an einem Katalysator fehlt, der die Preise nach oben treiben kann. Damit fällt die Prognose deutlich bearisher aus, als noch vor kurzer Zeit durch den Vorstandsvorsitzenden der VitolGroup Russell Hardy. Dieser hatte sinkende weltweite Lagerbestände für das letzte Quartal erwartet.

OPEC bleibt uneinig

Der Irak bleibt das Sorgenkind der OEPC, wenn es darum geht die Einhaltung der Förderkürzungen zu forcieren. Zuletzt wurden den Staaten, die die Förderkürzungen nicht einhalten sogar bis Ende dieses Jahres Zeit gegeben, die Fördermengen auf das vereinbarte Niveau zu senken. Damit hatte die OPEC den Staaten immer mehr Zeit gegeben, sich doch noch an die Förderkürzungen zu halten. Der Irak betonte, dass man bereits im August die Kürzungen eingehalten hat. Jedoch wird die Erhöhung der Exportmengen sehr kritisch gesehen. Der Irak hat wohl mehr oder weniger sehr eigenständig die Exportmengen erhöht, ohne die Verhandlungen diesbezüglich mit der OPEC abzuwarten. Der Irak ist als zweitgrößter OPEC-Förderer ein wichtiger Partner, zumal auch Libyen und der Iran die Exportquoten aktuell anheben.

Brent und WTI liegen heute beide im Minus. Brent kostet 41,55 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert bei 39,86 US-Dollar pro Barrel. Mit 42,69 US-Dollar pro Barrel bleibt der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland auf niedrigem Niveau, wie zur Vorwoche.

 

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