Die Hoffnung auf einen Impfstoff

Die Ölpreise sind zuletzt gestiegen, obwohl die Infektionszahlen eher negativ zu interpretieren sind. Positive Signale kommen aus den USA.

22.07.2020 | Robby Erkmann

Auch die Oxford Universität forscht mit Hochdruck an einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Dort wurden zuletzt positive Fortschritte vermeldet. In einer Studie mit über 1000 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren hat der Impfstoff bei 90% der Probanden dazu geführt, dass entsprechende Antikörper gebildet wurden. Mit Verabreichung einer zweiten Impfung konnte sogar 100 % der Probanden entsprechende Antikörper vorweisen. Hoffnungsvoll waren auch die auftauchenden Nebenwirkungen, die nur zu leichten Fieber und Kopfschmerzen führten. Ob tatsächlich ein Schutz gegen das Covid-19 Virus aufgebaut wird, muss nun in einer Folgeuntersuchung geklärt werden. Dafür werden nun Probanden in den USA, Südafrika und Brasilien gesucht. Sofern der Studienverlauf optimal verläuft und es keine Hindernisse gibt, rechnet man mit einem ersten Impfstoff gegen Ende des Jahres, der dann aber erst für Risikogruppen zur Verfügung steht. Eine flächendeckende Impfung würde man demnach frühstens Anfang des kommenden Jahres durchführen können. Neben dem Impfstoff der Oxford Universität gibt es noch zwei weitere Impfstoffe, die in der 3 Phase sind und dementsprechend an größeren Testgruppen erprobt werden. 


Rückgang der US-Ansteckungszahlen


Die restriktiven Maßnahmen in einigen Bundesstaaten der USA haben zu einem ersten Rückgang der Neuansteckungsgen geführt, sofern dieser Rückgang auf die Maßnahmen zurückzuführen ist. Auf jeden Fall sieht er Markt dies als positives Signal, da es dann nicht zu einem erneuten harten Lockdown kommen muss. Dieser würde auch unmittelbar die Wirtschaft treffen und die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten entsprechend vermindern. Zudem hat Präsident Trump erstmalig dazu aufgefordert Masken zu tragen und das Tragen von Masken der Bevölkerung empfohlen, indem es als patriotisch bezeichnet wurde. Volkswirte beobachten die Situation daher genau, da die USA als größte Volkswirtschaft der Welt maßgeblichen Einfluss auf die Rohölnachfrage haben. Besorgniserregend sind dagegen die Infektionszahlen in Indien. Im drittgrößten Land der Welt ist die erste Infektionswelle noch nicht überstanden und die Zahlen steigen stetig. Daher rechnen Experten mit neuen restriktiven Maßnahmen. Auch das wäre nicht gut für das Ölpreisniveau. 


Die Ölpreise können das erreichte 4-Monatshoch nicht halten und geben heute vorerst leicht nach. WTI kostet 41,27 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent wird für 43,74 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland notiert heute bei 48,03 Euro pro 100 Liter auf dem Niveau der letzten Tage. 
 

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