Erneute Woche mit Preisverlusten

Auch diese Woche stehen die Ölpreise zum Wochenende hin im Minus. Die OPEC erwägt nun ein vorgezogenes Sondertreffen im Februar zur Sondierung der Lage.

31.01.2020 | Robby Erkmann

Reuters berichtete, dass Saudi-Arabien Gespräche führt, damit die OPEC-Vollversammlung im Februar abgehalten wird. Dort soll dann über das weitere Vorgehen beraten werden, welches die Förderkürzungsquote und Dauer beinhalten wird. Momentan sind von diesem Plan noch nicht alle Mitglieder überzeugt. Allen voran der Iran scheint dem eher ablehnend gegenüber zu stehen. Der saudische Ölminister war zuletzt darum bemüht, die Märkte etwas zu beruhigen. Er sprach davon, dass die Auswirkung des Coronavirus auf die Ölnachfrage übertrieben dargestellt wird und der Markt zu pessimistisch ist. Jedenfalls zeigt der Drang nach einem vorverlegten Treffen, dass Saudi-Arabien die Situation durchaus ernst nimmt und die Auswirkungen den Markt spürbar treffen werden. Sonst würde das Königreich nicht auf ein außerordentliches Treffen drängen. Zumal Saudi-Arabien in der Vergangenheit immer wieder deutlich machte, wie groß das Interesse an stabilen Ölpreisen ist.

Immerhin notierten die Ölpreise am Donnerstag auf einem Dreimonatstief. Die WHO hatte nun doch den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Glücklicherweise wurde darauf verzichtet Reise- und Handelsbeschränkungen auszurufen. Diese hätten mithin die Ölpreise noch stärker nach unten gezogen.

Angriffe in Saudi-Arabien

Neuste Meldungen sprach davon, dass die Huthi-Rebellen in der letzten Woche Ziele in Saudi-Arabien mit Raketen beschossen hätten. Hier ging es wieder um Ziele von Saudi-Aramco, dem staatlichen Ölkonzern. Ein Sprecher der Huthi-Rebellen im Jemen bestätigte die Operationen. Davon seien insgesamt mehr als 15 Stück ausgeführt worden. Ein Angriff im letzten Jahr hatte zu einem kurzfristigen, aber drastischen Förderausfall geführt, der durch Saudi-Arabien schnell behoben werden konnte. Ein weiterer großer Ausfall könnten die Rohölmärkte wohl nicht einfach so kompensieren. Denn aus Libyen fehlt dem Markt nach wie vor etwa 800.000 B/T an Rohöl. Zwar sind die Märkte weiterhin überversorgt, jedoch kann eine Eindämmung des Coronavirus die Nachfrage wieder steigen lassen und so den Markt verknappen. Insgesamt kann es daher kurzfristig zu größeren Preisschwankungen am Markt kommen.

Brent und WTI liegen heute Morgen beide wieder unterhalb der Eröffnungskurse. WTI kostet 52,49 US-Dollar pro Barrel und die Sorte Brent wird für 58,61 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 61,85 Euro pro 100 Liter und ist damit günstiger als gestern.

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