Europäische Ölnachfrage im freien Fall

Zu Beginn des Jahres ist das gemessene Straßenverkehrsaufkommen um bis zu 37 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

15.01.2021 | Christoph Warich

 

Gemessen in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Italien oder Spanien machen sich die anhaltenden und teilweise noch ausgeweiteten Lockdowns und Reisebeschränkungen auf die europäische Kraftstoffnachfrage bemerkbar. Mit den niedrigsten Wochenwerten seit Juni vergangenen Jahres entspricht der derzeitige Verkehrsrückgang einem verringerten Verbrauchsvolumen von knapp -1,76 Mio. B/T.
Große Hoffnungen wird in die Wirkung der laufenden Impfprogramme gelegt, um den Markt wieder anzukurbeln. Dennoch gehen Experten davon aus, dass es noch mindestens zwei bis drei Monate dauern wird, bis sich erste Verbesserungen einstellen. Im Verbund mit dem dann wärmer werdenden Wetter ist jedoch ein rascher Aufschwung durchaus möglich.

Joe Biden kündigt 1,9 Billionen Dollar umfassendes Konjunkturprogramm an

Umgerechnet knapp 1,6 Milliarden Euro möchte der designierte US-Präsident Joe Biden für sein angekündigtes Corona-Hilfspaket ausgeben. Unter anderem sollen darin die an Millionen von US-Bürgern gezahlten Direkthilfen von derzeit 600 Dollar auf 2000 Dollar erhöht werden. Auch die zusätzliche Arbeitslosenhilfe soll von bisher 300 Dollar auf 400 Dollar ansteigen und bis mindestens September verlängert werden.
Des Weiteren wird jeweils ein Viertel der Hilfen in die laufende Impfkampagne, sowie direkt an kleinere Unternehmen und von der Pandemie besonders betroffene Kommunen fließen. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil des Geldes für den privaten Konsum und somit auch für Benzin ausgegeben wird. Dies könnte den gebeutelten US-Markt auf Dauer stützen.

USA verhängen weitere Sanktionen gegen China

Kurz vor ihrem Abtritt in der nächsten Woche hat die Trump-Regierung erneut Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt. Wie bereits im vergangenen Jahr mehrfach geschehen, wurden dieses Mal neun Unternehmen auf die vom Pentagon geführte Liste gesetzt, welche Verbindungen zum chinesischen Militär haben sollen. Darunter auch der staatliche Ölkonzern CNOOC. Angeblich sollen von den Sanktionen weder Rohöl noch Ölprodukte oder Erdgas betroffen sein. Dennoch ist dies ein erneuter Tiefpunkt in den diplomatischen Beziehungen der beiden Großmächte, welche sich seit Donald Trumps Präsidentschaft in einem Wirtschaftskrieg miteinander befinden.
Auch wenn die Sanktionen keinen direkten Einfluss auf die Ölimporte sowie -exporte haben, sorgen sie an den Börsen für ein gewisses Maß an Unsicherheit.

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