Gewinnmitnahmen drücken kurzzeitig die Preise

Gestern kam es kurzzeitig zu einem Preisverfall, als Marktteilnehmer sich wenig überraschend für eine Gewinnmitnahme entschieden. Lange beeindrucken konnte dies jedoch nicht, die Ölpreise verharren aktuell stabil auf einem verhältnismäßig hohen Niveau.

21.01.2021 | Christoph Warich

 

Während sich positive und negative Impulse auf die Märkte momentan die Waage halten, dürften weiterhin vor allem die Förderkürzungen der Saudis und die Hoffnungen auf die Amtszeit Joe Bidens für die aktuelle Stabilität verantwortlich sein.
Mit einem Blick auf die ersten Amtshandlungen des neuen Präsidenten muten diese Hoffnungen jedoch mindestens zwiespältig an.
Auf der einen Seite steht das Vertrauen in das geplante Konjunkturpaket in Billionenhöhe und eine Beschleunigung der Impfprogramme, um die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Auf der anderen Seite stoppte Biden gestern mit als erstes den Ausbau der kanadischen Keystone Pipeline (KXL), indem er die Genehmigung dafür zurückzog. Seit Jahren gab es von Seiten vieler Umweltschützer immer wieder Proteste gegen das Projekt, während sowohl US-Präsident Trump als auch der kanadische Premier Trudeau den Ausbau stets vorantrieben.
Zugleich veranlasste der neue US-Präsident noch am gestrigen Tag den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen. Zumindest in Sachen Umwelt scheint Joe Biden seinen Versprechen schnell Taten folgen zu lassen.
Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen auf lange Sicht schwerer auf die Ölmärkte wirken. Kurzfristig ist jedoch davon auszugehen, dass eine Erholung der Nachfrage noch im Laufe dieses Jahres eintreten wird.

Amerikanische Rohölbestände nehmen überraschend zu

Wurde vorweg von einem Rückgang der Rohölbestände ausgegangen, vermeldete das API gestern überraschend einen Anstieg um +2,5 Mio. Barrel. Dies kam für die interessierten Marktteilnehmer insofern unerwartet, als dass man im Vorfeld von einem Rückgang um
-1,3 Mio. Barrel ausging. Auch bei den Destillaten und Benzin wurde ein Aufbau der Vorräte vermeldet, wenn auch nicht im gleichen Umfang wie beim Rohöl.
Traditionell sind dies Zeichen für eine schwache Nachfrage, was in Zeiten von Corona niemanden groß wundern wird. Die Veröffentlichung der DOE Daten am morgigen Freitag werden weitere Details, inklusive Import-, und Exportzahlen, liefern.

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