Höchstpreise für Brent bereits für den Sommer erwartet

Analysten der Investmentbank Goldman Sachs prognostizieren, dass bereits im Sommer ein Preis von 65 Dollar pro Barrel für die Nordsee-Rohölsorte Brent aufgerufen wird.

12.01.2021 | Christoph Warich

 

Bisherigen Einschätzungen zufolge war davon auszugehen, dass dieses Preisniveau erst wieder zum Ende des Jahres 2021 erreicht wird. Als Ursache gaben die Wertpapierprofis die unerwarteten Produktionskürzungen Saudi-Arabiens, sowie den anstehenden Machtwechsel der US-Regierung an. Beides seien Gründe, welche bereits mittelfristig zu einer Angebotsverknappung auf den Rohstoffmärkten sorgen werden. Es ist davon auszugehen, dass Joe Biden als Präsident weniger lasch mit der Ölindustrie umgehen wird als es sein Vorgänger tat.

Hohe Preise sorgen für Gewinnmitnahme

Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen sorgte für neue Hochs der Futures an den Ölbörsen und brachte viele Marktteilnehmer so zu Gewinnmitnahmen. Experten zufolge wird dies jedoch bloß als ein kurzfristiges Ereignis ohne langfristige Auswirkungen betrachtet. Die Preise dürften weiterhin vor allem den Weg nach oben kennen. 

US-Schieferölindustrie profitiert von hohen Preisen

Angesichts der momentan hohen Ölpreise ist davon auszugehen, dass die US-Schieferölindustrie ihre Produktion wieder steigern wird. Die Produkte der Amerikaner sind erst ab einem Preis von 50 Dollar pro Barrel rentabel, welcher aktuell und in naher Zukunft wohl überschritten wird. So wird in diesem, und auch im nächsten Jahr, mit einer vorhandenen Nachfrage für das US-Rohöl gerechnet.
Die EIA wird am heutigen Abend ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlichen, Ende der Woche folgt die Markteinschätzung der OPEC. Anschließend wird es genauere Einschätzungen zum aktuellen Rohstoffbestand der USA, und folglich auch zur allgemeinen Ölnachfrage geben.

Neue Lockdowns in Asien

Für Tokio und drei direkt benachbarte Präfekturen wurde bereits bis zum 7. Februar der Notstand ausgerufen. Laut Japans Premierminister sollen weitere Gebiete folgen. Er reagiert damit auf die weiter zunehmenden Infektionszahlen. Zuletzt wurde eine bisher unbekannte Corona-Mutation in dem Inselstaat nachgewiesen, dessen Gefahrenpotential jedoch erst untersucht werden muss.
Auch Malaysia hat ein nationales Reiseverbot sowie einen 14-tägigen Lockdown für die Hauptstadt Kuala Lumpur verhängt. Weitere Bundesstaaten könnten folgen, der malaysische König bat darum den Notstand auszurufen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Rohstoffnachfrage im asiatischen Raum auswirken wird.

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