Korrekturmöglichkeit am Ölmarkt

Die Ölpreise stehen heute Morgen wieder tiefer als zur Tageseröffnung. Grundsätzlich ist der Markt noch überversorgt und in einer bearishen Konstellation.

07.08.2020 | Robby Erkmann

Das derzeitige Preisniveau am Markt ist in etwa auf dem Niveau vor der Coronakrise. Allerdings ist die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten längst nicht auf dem Niveau vor der Coronakrise. Die allgemeinen Lockdowns der Regierungen hatten die Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt. Nach der Wiederaufnahme der meisten Wirtschaftsaktivitäten ist auch die Nachfrage nach Rohöl wieder gestiegen. Dieser schnelle Anstieg hat sich aber nun stark abgeflacht. Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank sieht die aktuelle Erholung als Wurzel-Bewegung an. Aus dem Tief der Krise kommend hat sich die Nachfrage nach Rohöl sehr schnell erholt. Allerdings verharrt das Niveau derzeitig deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus. Die Märkte hoffen nun, dass die Erholung neuen Schwung bekommt, allerdings ist die Entwicklung der Corona-Pandemie eher hemmend für eine rasche und andauernde Erholung der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Das erreichen des neuen Höchststand seit Anfang März wurde zudem begünstigt von dem schwächeren US-Dollarkurs, anstatt von positiven Nachrichten zur Nachfragentwicklung, so Analystin Vanda Hari von Vanda Insights. Zugleich bleibt die Lage in den USA angespannt. Das IHME-Institut der Universität von Washington prognostiziert derweil 300.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 bis Ende des Jahres. Damit würde sich die Anzahl der Todesfälle zum jetzigen Stand fast verdoppeln. In der größten Volkswirtschaft der Welt sorgt man sich daher um die langfristige Nachfragesteigerung beim Rohölverbrauch. 


USA mit neuen Sanktionen


US-Präsident Trump hatte nun verkündet, dass die bei jugendlichen beliebte VideoApp TikTok verboten werden soll. Das Verbot würde sich dann gegen die Betreiberfirma aus China richten, da die USA den Betreibern große Mängel bei dem Datenschutz vorwerfen. Insgeheim vermutet oder befürchtet man, dass die chinesische Regierung damit Spionage betreiben will. Das Verbot würde in 45 Tagen in Kraft treten und kann verhindert werden, sofern das US-Geschäft an eine Firma aus den USA verkauft wird. Das Vorgehen belastet die Beziehungen beider Nationen zusätzlich, die sich aktuell sowieso auf einem Tiefpunkt befinden. Eigentlich war für Mitte August ein erster Gesprächstermin vereinbart worden, damit wieder ein Dialog beginnt und die Situation nicht weiter eskaliert. Für die Rohölnachfrage ist ein Ausbleiben von neuen Sanktionen gegeneinander von tragender Bedeutung. Daher blicken Experten und Analysten kontinuierlich auf die diplomatischen Beziehungen beider Nationen. 


Die Rohölkurse stehen heute erneut unter Druck und tiefer. Brent kostet im Moment 44,95 US-Dollar pro Barrel und die US-Sorte WTI notiert bei 41,81 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland notiert heute bei 46,71 Euro pro 100 Liter. 
 

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