Leichte Erholung am Ölmarkt

Ein weiterer Abwärtstest zeichnet sich heute nicht ab. Freundlich ist auch die Stimmung an den Börsen, die sich leicht positiv auf den Ölmarkt auswirkt.

29.04.2020 | Robby Erkmann

Börsianer hoffen auf eine sukzessive positive Stimmung am Markt, die sich einstellt, sofern nun immer mehr Länder Lockerungen umsetzen. Denn die wirtschaftliche Aktivität der Firmen und der Konsum der Bürger ist in weiten Teilen der Welt und vor allem der Industriestaaten noch stark eingeschränkt. Der russische Energieminister ist daher für den Monat Mai optimistisch gestimmt, dass der Preisverfall aufgehalten werden kann. Dann nehme die Rohölnachfrage wieder zu und die umgesetzten Kürzungen der OPEC und seiner Verbündeter wird den Markt mit weniger Rohöl versorgen. Bei kaufbaren Kontrakten für den Monat Juni zeichnet sich bisher am Markt sehr wenig Interesse ab. Aktuell gibt es noch rund 315.000 Kontrakte bei 15 Handelstagen für den Monat Juni. Dies entspricht gut 515 Mio. Barrel, die noch verkauft werden müssen. Damit ist die Anzahl der offenen Kontrakte zum Vormonat Mai zwar deutlich gesunken, doch die Stimmung bleibt sehr bearish.

Kanada muss Ölförderung reduzieren

Damit hat die aktuelle angespannte Situation um noch freie Lagerkapazitäten erste tatsächliche Auswirkungen auf die Rohölförderung. Kanadas Ölproduzenten liefern das meiste Rohöl per Pipeline in die USA. Doch da ist aktuell mehr und mehr ein Ausverkauf der restlichen Lagerkapazitäten zu beobachten. Daher reduziert sich die Ölförderung in Kanada kurzfristig um 260.000 B/T. Derweil wird erwartet, dass man in Kanada die Ölförderung um etwa 1,0 Mio. B/T kürzen muss. Kanadas Ölsandförderung steht aus Umweltaspekten sowieso stark in der Kritik. Nun werden auch die hohen Förderkosten zum Problem. Die Ölpreise am Weltmarkt reichen bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. Cenovus Energy hat sein Budget bereits um 32 % gekürzt. Die Hoffnung liegt nun, dass der Ölverbrauch in den USA wieder zulegt. Trump hat bereits angekündigt Lockerungen in Texas umsetzen zu wollen. Die ist der Bundesstaat mit dem höchsten Benzinverbrauch. Andererseits drückt dies auch die Verzweiflung am Markt aus, die stets auf einen starken Anstieg des Ölverbrauchs hofft.

Brent kostet heute Morgen fast 5 Prozent mehr und notiert bei 13,92 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 21,16 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 51,69 Euro pro 100 Liter.

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