Libyens Ölförderung erneut von Streiks bedroht

Der Streit um ausbleibende Lohnzahlungen für die an den Häfen zuständigen Sicherheitskräfte droht zu eskalieren

09.02.2021 | Christoph Warich

 

Nachdem es in der letzten Woche ein Ultimatum seitens der Petroleum Facility Guards gab, in welchem die Zahlung ausbleibender Löhne gefordert wurde, haben die Sicherheitskräfte nun den Druck erhöht und die Beladung eines Tankers am Verladeterminal Hariga verhindert. Dieser musste anscheinend ohne Ladung wieder ablegen. Ein weiterer Öltanker sah sich dadurch dazu gezwungen, einen anderen Hafen anzusteuern, an dem es bisher noch keine Blockaden gibt.
Die militärische Einheit der PFG, welche extra für die Sicherheit der Ölverladungen gegründet wurde, hatte der zuständigen Übergangsregierung eine Frist bis zum 07. Februar gesetzt. Diese Frist ist nun verstrichen und das Sicherheitspersonal setzt die angedrohten Blockaden um.
Erst vor kurzem wurde in Libyen eine neue Übergangsregierung gewählt, welche die Stabilität des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes wieder herzustellen versucht. Zu Beginn des vergangenen Jahres ist die Situation schon einmal außer Kontrolle geraten, als der libysche General Chalifa Haftar mit Hilfe seiner Truppen der Libyan Natinal Army die Ölanlagen im Osten des Landes stilllegen ließ. Daraufhin ist es zu einem beinahe vollständigen Zusammenbruch des Ölexports gekommen, welcher erst im Oktober vergangenen Jahres langsam wieder aufgenommen wurde. Noch immer hat sich die Produktion nicht vollständig erholt. Dementsprechend schwer wiegen nun die aktuellen Streiks.

Brent und WTI setzten Aufwärtstrend fort

Der zu Beginn des Monats begonnenen Höhenflug von Brent und WTI setzt sich ungebrochen fort, täglich werden neue Langzeithochs erreicht. Einige Analysten sprechen schon von einer endgültigen Überwindung der Corona-Talsohle. Ob dies wirklich stimmt, wird sich noch zeigen müssen, ist die aktuelle Situation doch eher das Resultat von massiven Angebotsverkürzungen seitens der OPEC, in Verbund mit einer noch immer schwachen Nachfrage. Zumindest jedoch bis Ende März dürfte der aktuelle Trend beibehalten werden. Bis dahin reichen die Pläne der Vereinigung Ölfördernder Länder.
 

Notierungen

ICE Gasoil Februar handelte zuletzt bei 501,25 Dollar, +7,75 Dollar. ICE Brent handelt bei 60,98 Dollar, das sind +0,42 Dollar zum Schluss Montag. WTI notiert bei 58,33 Dollar.

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