Mögliche Fusion von Chevron und Exxon Mobil

Die beiden US-Energieriesen Chevron und Exxon Mobil liebäugeln Berichten zufolge mit einer Zusammenlegung ihrer Geschäfte.

01.02.2021 | Christoph Warich

 

Trotz erwarteter Gewinne meldete das US-Energieunternehmen Chevron am vergangenen Freitag den dritten Quartalsverlust in Folge. Ein Zeichen dafür, dass die erhoffte Erholung von den coronabedingten Nachfragerückgängen noch nicht eingesetzt hat. Vor allem die US-Schieferölindustrie scheint darunter zu leiden, rentiert sich die Produktion doch erst ab einem relativ hohen Preisniveau.
Wenig überraschend, dass die Branchenriesen Exxon Mobil und Chevron über eine Bündelung ihrer Geschäftsfelder nachdenken. Meldungen zufolge haben die beiden US-Konzerne die Gespräche über eine Zusammenlegung bereits im vergangenen Jahr aufgenommen. Mit einem neuen Marktwert von über 350 Mrd. Dollar wäre dies die größte Fusion der Energiebranche und die geschätzten Einnahmen würden jene von Saudi Aramco noch übertreffen.
Ob dies jedoch auch wirklich eintreten kann, ist fraglich, müssten doch Kartellbehörden auf der ganzen Welt ihre Zustimmung erteilen. Die Marktmacht eines solchen Unternehmens wäre immens. Nicht zu vergessen ist hierbei, dass beide Unternehmen erst aus einer Zerschlagung der Standard Oil Company, durch die Kartellbehörden im Jahr 1911, hervorgingen.  

Streit an libyschen Exporthäfen geht weiter

Nachdem in der letzten Woche berichtet wurde, dass das an den Häfen eingesetzte Sicherheitspersonal seiner Forderung nach mehr Gehalt durch eine Arbeitsniederlegung mehr Gewicht verliehen hat, ist es weiterhin nicht zu einer Lösung zwischen den militärischen Kräften und der zuständigen Regierung gekommen. Es wird davon ausgegangen, dass die geforderten Lohnzahlungen im Laufe der Woche getätigt werden. Der Leiter der Schutzeinheit PFG, Petroleum Facilities Guards, Mansou Latoush, gab an, den Betrieb der Häfen bis zum 07. Februar zu gewährleisten. Welche Maßnahmen anschließend bei Nicht-Zahlung der Löhne ergriffen werden, sagte er nicht.
Aufgrund des laufenden Bürgerkrieges standen die Ölanlangen des nordafrikanischen Landes monatelang still. Durch den im September ausgehandelten Waffenstillstand lief die Produktion in kurzer Zeit wieder stark an und erreichte im Januar eine Fördermenge von 1,25 B/T.
Bedingt durch den Krieg war Libyen von den vereinbarten Förderungskürzungen der OPEC+ zuletzt ausgenommen und setzte die Vereinigung so erheblich unter Druck. Die gestiegene libysche Produktion gilt als einer der Gründe für Aussetzung der für den Februar geplanten Quotenanhebung. Zusätzlich reagierte Saudi-Arabien mit einer eigenen Reduzierung von 1 Mio. B/T.
Sollten nun, durch die Unruhen bedingt, große Mengen an libyschem Öl wegfallen, würde dies die Ölpreise noch zusätzlich in die Höhe treiben.

Notierungen

ICE Gasoil Februar handelte zuletzt bei 450,75 US-Dollar, +0,50 US-Dollar. ICE Brent handelt bei 55,54 US-Dollar, und damit +0,50 Dollar zum Schluss Freitag. WTI liegt aktuell bei 52,59 US-Dollar.

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