Ölbörsen bleiben bearish

Unterstützungslinien zur Forcierung eines Aufwärtstrends können nicht durchbrochen werden. Die Ölpreise bleiben auf sehr niedrigem Niveau.

26.03.2020 | Robby Erkmann

Mit einer zeitnahen Preiserholung wird am Markt im Moment nicht gerechnet. Die Konjunkturaussichten für dieses Jahr sind nicht mehr zu halten. Unklar ist wie stark die Wirtschaft schrumpfen wird. Dabei ist klar, dass die Wirtschaftsleistung weltweit sinken wird. Experten befürchten ein größeren BIP-Einbruch als zur Finanzkrise im Jahr 2008/09. Etwas hoffnungsvolle Meldungen kommen einzig und allein aus China. Dort wurden die ersten Beschränkungen gelockert, die in Folge der Corona-Eindämmung umgesetzt wurden. China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, ist der weltweite größte Rohölimporteur. Die Erholung der dortigen Wirtschaft kann durch den aktuellen sehr niedrigen Rohölpreis profitieren. Demnach plant China den Kauf von großen Mengen russischen Rohöls. Händler gaben an, dass China für die kommenden vier Wochen 1,6 Mio. Tonnen Öl aus Russland für die Seeverladung bestellt hat. Zugleich wartet der Markt auf Details zu dem beschlossenen Konjunkturpaket in den USA. Bekannt ist, dass Maßnahmen im Umfang von 2 Billionen US-Dollar umgesetzt werden sollen. Zudem sollen Händler die Maßnahmen in ihren aktuellen Preiserwartungen bereits berücksichtigt haben, sodass ein weiterer positiver Effekt auf die Ölpreise kaum spürbar sein wird. 


US-Regierung vertagt Rohölkäufe


Trump hatte zur Stützung der, vor allem in Texas, wichtigen Ölindustrie in den USA schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Diese sollte in Form einer strategischen Erhöhung der Rohölreserven erfolgen. Die Regierung plante also den Kauf großer Mengen Rohöls von den heimischen Rohölproduzenten. Damit wollte die Regierung das niedrige Preisniveau nutzen und die heimische Wirtschaft unterstützen. Der Entwurf sah vor 3 Milliarden US-Dollar für Rohölkäufe zu tätigen. Das hatte der US-Sorte WTI Aufschub gegeben und den Ölpreis kräftig ansteigen lassen. Daraus resultiert auch der niedrige Spread zwischen Brent und WTI. Der aktuelle Entscheid darum, wie die Rohölkäufe an die Finanzierung von erneuerbaren Energien gekoppelt werden können, muss also noch verhandelt werden. Experten sehen die Sorte Brent für das nächste Quartal unter die Marke von 20 US-Dollar pro Barrel fallen. Die europäische Sorte Brent wird dagegen nahe der 20 US-Dollar Marke bleiben, diese aber wohl nicht unterschreiten. Die US-Großbank Goldman Sachs rechnet im zweiten Quartal mit einer Überversorgung von 14 Mio. B/T. Die Preisaussichten für den weltweiten Rohölpreis bleiben damit sehr düster. 


Brent kostet heute Morgen 26,84 US-Dollar pro Barrel und ist damit über 2 Prozent im Minus. Ähnlich verhält sich der morgendliche Start für WTI. Hier kostet ein Barrel aktuell 23,74 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bleibt ebenfalls volatil und liegt heute bei 56,23 Euro pro 100 Liter. 

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