Ölbörsen unter Druck

Lockdowns und Einreiseverbote sorgen für eine sinkende Nachfrage, auch Asien ist aktuell keine sichere Bank mehr.

25.01.2021 | Christoph Warich

 

Bislang kamen die Ölmärkte den Umständen entsprechend relativ gut durch die Krise, gab es doch immer wieder genug Anlass für Optimismus. Funktionierende Impfungen und die Hoffnung auf wärmeres Wetter mit dem Beginn des Frühlings halten die Marktteilnehmer momentan bei Laune. Doch vor allem war es die hohe Nachfrage des asiatischen Raumes, insbesondere aus China und Indien, welche die Preise oben hielten.
Wenn nun insbesondere China erneut ganze Teile seines Landes stilllegt, um der Corona-Situation Herr zu werden, sorgt dies für Aufsehen. Auch wenn Teile Hongkongs nach Massentestungen bereits wieder aus dem Lockdown entlassen wurden, wurden andernorts die Eindämmungsmaßnahmen weiter verschärft.
Als Reaktion auf die südafrikanische Corona-Mutation hat Israel trotz weltweit führender Impfstatistiken angekündigt, alle Passagierflüge für eine Woche einzustellen.
Auch Europa befindet sich noch für mindestens einen Monat im Lockdown, die Nachfrage nach Kerosin und anderen Kraftstoffen wird dies nicht unterstützen.

Irak kündigt Produktionssenkungen an

Den schlechten Nachrichten rund um Corona stehen positive Markteinflüsse aus dem Irak gegenüber. Das OPEC-Mitglied will seine Förderungen für den Januar und den Februar kürzen und somit seinen Teil der OPEC+ Vereinbarungen zur gemeinsamen Produktionsreduktion beitragen. Die State Oil Marketing Organization gab an, in den genannten Monaten nur noch ca. 3,6 Mio. B/T fördern zu wollen, etwa eine Viertel Million weniger als noch im Dezember. Die Ölexporte sollen im Januar und Februar auf knapp 3 Mio. B/T gesenkt werden.
Damit belaufen sich die Kürzungen der Vereinigung der Ölproduzierenden Länder für das erste Quartal 2021 nun auf über 5 Mio. B/T.
Erneut ist also eine Angebotsverknappung der OPEC, beziehungsweise der OPEC+, für eine Stabilisierung der Preise verantwortlich.
Es wird spannend sein zu beobachten, wer als erstes aus der Vereinbarung ausschert und für kurzfristige Gewinne seine Förderung wieder erhöhen wird. Verzichtet man doch täglich auf etliche Millionen Dollar, welche bei den meisten Ländern in den Staatshaushalten für gewöhnlich einkalkuliert sind und nun wegfallen.

Notierungen

ICE Gasoil Februar handelte zuletzt bei 448,00 Dollar, -1,25 Dollar. ICE Brent liegt momentan bei 55,66 Dollar, WTI bei 52,55 Dollar.

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