Ölmärkte bleiben unberechenbar

Die Ölpreise haben ein neues Jahrestief erreicht. Die Märkte stehen unter Druck. Die Wirtschaft und Konjunktur leidet enorm und damit die Ölnachfrage.

16.03.2020 | Robby Erkmann

Die Sitzung der US-Zentralbank Fed hat die Märkte stark verunsichert. Eigentlich sollte die Sitzung und die Entscheidung ein positives Signal für den Markt abgeben, doch die Händler und Märkte haben die Entscheidung ganz anders aufgenommen. Die Fed hat den Leitzins um 1,0 Prozent sehr stark herabgesetzt und damit für starke Verunsicherung gesorgt. Gleichzeitig wurde angekündigt die Bilanzsumme um 700 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Das bedeutet wohl eine starke Ausweitung des der Anleihenkäufe durch die Fed. Dabei hoffen die Märkte, dass die Regierungen und Zentralbanken Maßnahmen ergreifen, damit die wirtschaftlichen Folgen eingegrenzt werden. In Deutschland steht die Schließung quasi aller nicht notwendigen wirtschaftlichen Aktivitäten bevor, was damit den Freizeitsektor und öffentlichen Veranstaltungen, wie Kinos, Saunabesuche, Sportnagebote etc. stark betrifft. Damit stehen viele Unternehmen vor dem Aus, sofern die Regierung keine Gelder freigibt, damit die kurzfristigen Liquiditätseinbußen überbrückt werden können. Volkswirte rechnen demnach für dieses Jahr durchaus mit einer Rezession. Die US-Bank Goldman Sachs rechnet für April mit einer Überversorgung von 6 Mio. B/T. Daher kann das aktuelle Preistief nochmals unterschritten werden. 


OPEC bleibt uneinig


Derweil ist die OPEC nach wie vor nicht gewillt sich erneut auf Verhandlungsebene zu begeben. Stattdessen bleibt es bei der Ankündigung die Märkte mit zusätzlichem Rohöl zu fluten. Daher wird erwartet, dass Saudi-Arabien die Rohölförderung im April auf ein Rekordniveau von 13 Mio. B/T anhebt. Dabei könnte dieses Jahr in die Geschichte eingehen. Nach 1993, 2008 und 2009 kann es wieder zu einem Nachfragerückgang für Rohöl kommen. Präsident Trump hat nun angekündigt die heimische Nachfrage künstlich zu erhöhen, indem die strategischen Ölreserven erhöht werden. Dies soll auch die Schieferölfirmen vor finanzielle Schwierigkeiten bewahren. Doch es bleib dabei, dass die Rohölnachfrage dramatisch einbrechen wird. Analysten schätzen den Rückgang auf 10 Mio. B/T. Dieser Einbruch kann auch durch eine strategische Wende der OPEC nicht verhindert werden. Reiseanbieter und Fluglinien kürzen vielerlei Angebote. Die Wirtschaft wird in den nächsten Monaten deutlich weniger Rohöl verbrauchen als bisher. Die Ölmärkte werden volatil bleiben. 


Brent und WTI liegen heute Morgen deutlich im Minus und testen beide die 30 US-Dollar Marke. Brent kostet 31,5 US-Dollar pro Barrel und WTI liegt bei 30,15 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist dagegen gestiegen und liegt bei 57,13 Euro pro 100 Liter.
 

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