Ölmärkte stehen unter Druck

Immer größere Sorgen gibt es durch die Entwicklung der Corona-Pandemie, sodass Volkswirte zunehmend Nachfragesorgen für Rohöl haben.

03.08.2020 | Robby Erkmann

Die weltweiten Ansteckungszahlen sind besorgniserregend, sodass es bereits erste harte Gegenmaßnahmen gibt. Die philippinische Regierung hat für die Hauptstadt Manila einen Lockdown angeordnet, da die Zahl der Neuinfizierten auf den Philippinen mit 5.032 Personen auch am Wochenende außergewöhnlich hoch war. Im zweitgrößten Bundesstaat Australiens wurde im Zuge des Infektionsgeschehens ein neuer Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt. Hier sind die Fallzahlen auf dem höchsten Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Märkte sind daher in Angst, dass auch in anderen Staaten wieder restriktive Maßnahmen drohen. Dann würde auch wieder die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten aus der Wirtschaft in Gefahr sein. Diese hatte sich zuletzt erholt, liegt allerdings unter dem Niveau vor der Coronapandemie. Neuste Auswertungen in Indien haben die Märkte ohnehin enttäuscht. Wenngleich die Raffinerieauslastung im Monat Mai wieder bei 80 Prozent lag, haben die Zahlen für Juli eine Auslastungsniveau von nur noch 75 Prozent ergeben. Experten hatten hier mit einem weiteren Anstieg auf über 90 Prozent gerechnet. Doch auch Indien weist im Augenblick neue Rekordzahlen auf bei den neuinfizierten Personen. 


OPEC reduziert Förderkürzungen


Trotz der aktuellen Geschehnisse am Markt hält die OPEC an ihrer Strategie fest. So wurden die Förderkürzungen aufgrund des Nachfrageeinbruches im Zuge der Coronapandemie deutlich anfgehoben. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass die Kürzungen wieder sukzessive abgebaut werden. Damit stehen dem Weltmarkt im Monat August rund 1,5 Mio. B/T mehr Rohöl zur Verfügung. Die bessere Versorgung mit Rohöl belastet die Ölpreise zusätzlich. Auf der anderen Seite fielen auch die japanischen Ölimporte für den Monat Juni um 30 Prozent. Zugleich waren auch die Verkäufe von Ölprodukten bearish, da diese um rund 10 Prozent gefallen sind. Zwar verknappen die USA aktuell noch den Rohölmarkt, da die Ölförderung der Schieferölindustrie deutlich nachgelassen hat. Allerdings ist nach Nachfrageeinbruch deutlich größer als die Reduzierung der Angebotsmenge. Somit stehen die Ölpreise in einem angespannten Marktumfeld mehr und mehr unter Druck und geben bereits seit einigen Tagen nach.

Auch heute stehen die Ölpreise niedriger. WTI kostet heute Morgen 39,97 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent notiert bei 43,30 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 45,82 Euro pro 100 Liter ebenfalls niedriger als in der letzten Woche. 
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation