Ölpreise auf 18 Jahrestief

Mit einer derart vernichtenden Preisentwicklung an den Rohölmärkten hatte kein Analyst gerechnet. Eine Erholung beim Ölpreisniveau ist nicht in Sicht.

19.03.2020 | Robby Erkmann

Die Ölpreise sind aktuell auch von den Aktienmärkten stark belastet, da mit weiteren Börsentiefs eine immer stärkere Rezession droht. Diese schlägt insofern auf die Rohölpreise durch, als dass die Nachfrage nach Rohöl damit weiter nachlassen wird. Japan hat veröffentlicht, dass die Ölimporte im Februar um 9 Prozent zum Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor gesunken sind. Die Prognose der US-Großbank Goldman Sachs ist unterdessen im zweiten Quartal bei 20 US-Dollar für die Sorte Brent. Man schätzt den Rückgang nach Rohöl auf 8 Mio. B/T. Zugleich wird die weltweite Rohölförderung weiter ansteigen, sofern es kein Umdenken innerhalb der OPEC gibt. Doch nicht zuletzt die OPEC wird zu einer Anhebung der Rohölförderung beitragen. Die US-Rohölförderung ist mit 13,1 Mio. B/T auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Allerdings kann das jetzige Preisniveau die Dynamik bei dem Ausbau der US-Rohölförderung ausbremsen. Die niedrigen Preise machen es den Ölunternehmen schwer an den Investitionsplänen festzuhalten. Dies kann im laufenden Jahr zu einer Stagnation der Fördersteigerung in den USA kommen. 


Russland im Wartemodus


Die russische Regierung hatte zuletzt behauptet das niedrige Preisniveau durch Währungsreserven sehr lange aushalten zu können. Noch ist wenig Bewegung im Dialog der OPEC und den erweiterten Kreis. Beide Seiten wollen wenig Zugeständnisse tätigen und bleiben dabei die Rohölförderung vorerst ausbauen zu wollen. Ein Sprecher des Kremls erklärte, man beobachte und analysieren die aktuelle Marktsituation sehr genau. Daher ist man bis jetzt nicht gewillt Gespräche über eine Fortführung aufzunehmen. Indes dürfte bekannt sein, dass Russland von dem aktuellen Ölpreisniveau ebenfalls nicht auf Dauer leben kann. Die Marktsituation durch das neue Coronavirus wird daher dazu beitragen können, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Denn der Effekt einer steigenden OPEC-Förderung und der stark nachlassenden Rohölnachfrage ist für die Ölpreise und die Staatshaushalte verheerend. 


Die Sorte Brent und WTI liegen heute wieder etwas über dem Jahrestiefpreis. Brent kostet 26,00 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert bei 22,27 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 52,41 Euro pro 100 Liter und ist im Vergleich zu gestern um fast zwei Euro gefallen. 
 

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