Ölpreise beenden Abwärtstrend

Gestern konnten sich die Notierungen leicht erholen. Dies kann zum einen an der OPEC-Absicht liegen und der leichten Eindämmung des Coronavirus.

07.02.2020 | Robby Erkmann

Russland lässt sich weiterhin Bedenkzeit einräumen, um die neue Situation durch das Coronavirus angemessen zu bewerten. Allen voran Saudi-Arabien dürfte dies nicht gefallen, da das Königreich zur Stützung der Rohölpreise auf eine rasche Reaktion hofft. Im Gespräch ist nun eine Kürzung von zusätzlich 600.000 B/T. Chinesische Experten erwarten aufgrund der Maßnahmen durch die chinesische Regierung, dass die Rohölnachfrage um 25 Prozent zurückgehen wird. China hatte vor Ausbruch des Virus etwa 11 Mio. B/T Rohöl importiert. Aktuell sollen die Importe auf 8 Mio. B/T zurückgegangen sein. Das entspricht einem Rückgang von 3 Mio. B/T und würde die zusätzlichen OPEC-Kürzungen deutlich übersteigen. Es ist daher fraglich inwiefern die Kürzungen der OPEC kurzfristig Potenzial das Preisniveau zu stabilisieren. Größere Auswirkungen werden die Kürzungen entfalten können, wenn sich die Nachfrage in China normalisiert hat und die OPEC die zusätzlichen Kürzungen beibehält.

US-Ölindustrie mit Problemen

Die neusten Zahlen einiger großer US-Ölkonzerne sind über weite Strecken enttäuschend ausgefallen. Zwar wurde gemeldet, dass die Rohölförderung der Schieferölindustrie im Dezember zulegen konnte, doch der mittelfristige Ausblick zur Förderentwicklung hat die Ölpreise ebenfalls gestützt. Analysten fragen sich bei Chevron, ob dieses in der Lage ist auch über 2025 hinaus zu wachsen. Der letzte Quartalsverlust war der stärkste seit über einem Jahrzehnt. Zudem sehen Experten aktuell die Gefahr, dass die Dividenden aus dem laufenden Cash Flow nicht bezahlbar sind, weshalb die Gefahr einer steigenden Verschuldung dramatisch ist. Die ExxonMobil Aktie trifft es ebenfalls hart. Diese fiel um 12 Mrd. US-Dollar binnen eines Tages. Die Entwicklung bei ExxonMobil ist stark abhängig von der Rohölförderung im Permian-Becken, dem ertragsreichsten Schieferölgebiet der USA. Bereits im letzten Jahr gab es erste Warnungen über eine Verschlechterung der dortigen Fördersituation. Einige Zulieferer beklagten Liquiditätsprobleme aufgrund schwacher Aufträge aus der Ölindustrie in den USA. Bisher bleibt der Aufwärtstrend noch in Takt und die US-Rohölförderung lag zuletzt bei 13 Mio. B/T.

Rohöl wird heute Morgen leicht niedriger gehandelt. Brent kostet im Augenblick rund 54,95 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI notiert im Augenblick bei 50,93 US-Dollar pro Barrel. Aufgrund der gestrigen Aufwärtsbewegung liegt der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland heute höher als gestern. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt aktuell 61,92 Euro pro 100 Liter.

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