Ölpreise bleiben stabil

Obwohl die OPEC sich am gestrigen Donnerstag nicht zur Videokonferenz getroffen hat, bleiben die Märkte zuversichtlich, dass man sich einig wird.

05.06.2020 | Robby Erkmann

Das ursprünglich für nächste Woche geplante Treffen sollte gestern stattfinden, wurde dann aber auf den morgigen Samstag verschoben. Dies berichtet ein algerischer TV-Sender, der dabei Informationen von OPEC-Mitgliedern bekommen hat. Zurzeit ist der algerische Energieminister Mohamed Arkab der OPEC-Präsident. Zugleich wartet auch Saudi-Aramco mit der Veröffentlichung der Juli-Verkaufspreise. Gewöhnlich werden diese Preise innerhalb der ersten fünf Tage eines Monats bekanntgegeben. Aktuell scheint der saudische Ölriese auf die Ergebnisse der OPEC zu warten, bevor man mit Preise auf die Kunden zugeht. Selbiges Vorgehen war schon in der Vergangenheit beobachtet worden. Analysten warten daher gespannt darauf, ob man sich wie berichtet worden war zumindest auf eine einmonatige Verlängerung der aktuellen Förderkürzungsmenge von 9,7 Mio. B/T einigen kann. Sonst würden die Kürzungen ab Juli sukzessive abgebaut werden, so wie es in der vorherigen OPEC-Vereinbarung abgesprochen wurde. Das möchte die OPEC verhindern, vor dem Hintergrund der immer noch niedrigen Ölpreise. Zugleich ist Russland mit dem jetzigen Preisniveau zufrieden. Russland ist für die OPEC als Partner sehr wichtig, da Russland als einer der größten Ölförderer der Welt seinen Output deutlich steigern könnte, sofern man nicht der OPEC als erweitertes Mitglied angehört. 


Nachfrage in den USA schwach


Die dieswöchigen DOE-Daten ergaben, dass die Rohölbestände um 2,1 Mio. Barrel gesunken sind. Dieser stützende Faktor wird aber durch die Produktbestände relativiert. Die Benzinbestände stiegen um 2,8 Mio. Barrel an. Die Dieselnachfrag in den USA lag zuletzt auf einem 21-Jahrestief. Man sorgt sich daher weiter um die US-Fahrsaison, die üblicherweise für Bestandsabbauten bei den benzinbeständen sorgt. Auf der anderen Seite stiegen die Destillatbestände um 9,9 Mio. Barrel und erreichten damit einen Höchststand seit 2010. Die wöchentlichen US-Zahlen trüben nicht zum ersten Mal die Stimmung an den Ölbörsen. Analysten sorgen sich weiterhin um eine schnelle Erholung der Ölnachfrage in der größten Volkswirtschaft der Welt. Die USA gelten zugleich als Gradmesser für die Nachfrage in anderen Volkswirtschaften, die wohl ebenfalls nicht so schnell steigt, wie erhofft.


Brent und WTI können sich auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Brent kostet 40,36 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert derzeit bei 37,64 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland it leicht gestiegen und liegt heute bei 47,58 Euro pro 100 Liter. 
 

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