Ölpreise fallen zum Jahresende

Die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der neuen Corona-Mutation in Großbritannien zeigen weiterhin ihre Auswirkungen auf die Ölpreise.

23.12.2020 | Christoph Warich

Das Land wurde von Kontinentaleuropa im Grunde abgeschnitten, Ein-sowie Ausreisen sind massiv erschwert und so sind Tausende LKW-Fahrer mitsamt ihrer Waren vor den Grenzen gestrandet. Zusätzlich zum immer wahrscheinlicher werdenden harten Brexit sind dies keine guten Aussichten für den Handel und die Ölnachfrage. Gemildert werden diese schlechten Nachrichten zwar von ersten Experteneinschätzungen, wonach die neue Virusvariante die Wirkung der bereits entwickelten Impfungen nicht beeinträchtigt, jedoch reicht dies vorerst nicht aus um die Kurse vor einem leichten Rückgang zu bewahren.

Trump lehnt beschlossenes Konjunkturpaket ab

US-Präsident Donald Trump lehnt das zwischen Demokraten und Republikanern hart verhandelte, und vom US-Kongress bereits bewilligte, Hilfsprogramm in seiner jetzigen Form ab. Er bezeichnet unter anderem die mit 600 Dollar pro Person taxierten Schecks, welche an hilfsbedürftige Amerikaner versendet werden sollen, als viel zu gering und verweigert seine Unterschrift unter die Gesetzesvorlage. In der Theorie kann sich der Kongress über ein Veto des Präsidenten hinwegsetzen, wurde die Gesetzesvorlage doch von beiden Kammern mit einer großen Mehrheit angenommen. Es wird jedoch befürchtet, dass einige Republikaner sich auf die Seite des Präsidenten schlagen könnten, um das Konjunkturprogramm so zumindest noch zu verzögern. Eine Auszahlung der dringend benötigten Hilfen vor Neujahr ist somit gefährdet.

US-Ölbestände höher als erwartet

Während Analysten vorab mit einem Abbau der amerikanischen Ölbestände gerechnet haben sind diese laut aktuellem API-Bericht nicht nur nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen. Die leichten Abbauten im Bereich der Benzinbestände können den bearishen Einfluss der übrigen Faktoren nicht ausgleichen. Um 16:30 sollen die offiziellen Bestandsdaten des DOE bekanntgegeben werden, inklusive Zahlen zur US-Rohölproduktion, zur Nachfrage und zu den Ölimporten sowie -exporten.

Brand an nigerianischem Exportterminal

An einem Exportterminal für die nigerianische Rohölsorte Qua Iboe kam es am letzten Wochenende zu einem Brand, welcher den Betrieb, entgegen vorab anders lautender Berichte, beeinträchtigte. Es wurde offiziell der Status Force Majeure erklärt, welcher Lieferanten aufgrund des Eintretens höherer Gewalt rechtlich von ihren vertraglichen Lieferverpflichtungen entbindet.

Marktlage

Die vielen weltweiten Lockdowns und Einschränkungen sowie die Situation der USA sorgen fundamental für einen bearishen Standpunkt. Hinzu kommen die angedeuteten Förderungssteigerungen der OPEC+ und die schwächelnde Ölnachfrage des asiatischen Raums. Allesamt Faktoren welchen die positiven Auswirkungen der staatlichen Finanzhilfen in den USA und Europa, sowie die beginnenden Impfungen überdecken.

Der Preis für ein Barrel West Texas Intermediate (WTI) liegt aktuell bei 46,64 Dollar, ein Barrel der Nordseesorte Brent ist für 49,72 Dollar zu haben. Gasoil liegt bei 415,25 Dollar.

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