Ölpreise fallen zum Jahresstart

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Ölpreise nachgegeben. Die Marktlage ist mit den Unruhen im Irak etwas angespannt und unruhig geworden.

02.01.2020 | Robby Erkmann

Ende letzten Jahres wurde im Süden des Iraks aus Sicherheitsgründen die Ölanlage Nassiriya abgeschaltet. Damit hatten die Unruhen im Irak erstmalig die Ölindustrie erreicht. Die Anlage förderte rund 80.000 B/T und konnte mittlerweile wieder hochgefahren werden. Die Gefahr weiterer Zwischenfälle ist damit nicht gebannt und kann die Versorgungslage damit kurzfristig beeinflussen. Der Irak ist innerhalb der OPEC einer der größten Ölförderer und hatte zuletzt die vorgegebenen Quoten eher weniger eingehalten. Die Probleme im Irak sind zudem hausgemacht. Die Unruhen entstanden durch die zunehmende soziale Ungerechtigkeit im Land. Die Einnahmen aus dem Rohölgeschäft erreichen längst nicht die breite Masse. Darum geht es auch in dem noch ungelösten Konflikt. Die Entwicklung wird von der Marktseite daher genau beobachtet.

Stützende Faktoren gibt es zudem durch die Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Unterzeichnung des ersten Teilabkommens wurde auf den 15. Januar terminiert. US-präsident Trump hat zudem angekündigt, im Anschluss Gespräche zu führen, um ein zweiten Teilabkommen in die Wege zu leiten. Die Entwicklung im Handelsstreit wird daher auch im neuen Jahr die Ölpreise beeinflussen.

US-Ölförderung als Gegenpol

Die aktuelle Nachrichtenlage wird durch die Entwicklung der US-Rohölförderung etwas entspannt. Die genauen Angaben zur Rohölförderung im Oktober 2019 haben den Trend bestätigt und eine neue Rekordförderung ausgewiesen. Demnach wurde in den USA im Oktober 12,66 Mio. B/T an Rohöl gefördert. Den wöchentlichen Angaben des DOE zufolge, die jedoch noch gewiesen Ungenauigkeiten unterliegen, befindet sich die Rohölförderung aktuelle auf einem Niveau von 12,9 Mio. B/T.  Zugleich wird diese Entwicklung von den sinkenden US-Beständen etwas getrübt. In der letzten Woche meldete das DOE einen Rückgang von 5,5 Mio. Barrel und übertraf damit die Erwartungen von 1,7 Mio. Barrel. Die Erwartung für die laufende Woche verzeichnet ebenfalls einen rückläufigen Wert von 3,2 Mio. Barrel. Die Daten des DOE stehen bisher noch aus. Das API hat bisweilen einen Rückgang von 7,8 Mio. gemeldet und die Erwartung somit übertroffen.

Am heutigen Morgen liegen die Rohölpreise höher als zur Tageseröffnung, aber immer noch unter dem Niveau der letzten Woche im Jahr 2019. WTI kostet pro Barrel 61,39 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 66,47 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist unter der Verlinkung zu finden.

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