Ölpreise geben Gewinne ab

Nach der Aufwärtsbewegung der letzten Tage stehen die Ölpreise im Moment unter Druck. Experten schauen kritisch auf die Beziehung der USA und China.

22.05.2020 | Robby Erkmann

Ebenfalls tiefer steht der US-Leitindex DowJones und auch der deutsche Leitindex Dax büßt seit gestern und heute an Punkten ein. Die Beziehung der USA zu China stehen aufgrund der Coronapandemie vor einer Belastungsprobe. Trump wirft der chinesischen Regierung vor, das Virus und deren Gefahr absichtlich verheimlicht zu haben, damit China während dieser Zeit genug Schutzmaterial auf den Weltmärkten einkaufen konnte. Insbesondere gegenüber den USA und Europa soll es bewusst zu Falschinformationen und Propaganda gekommen sein. Im November stehen in den USA die Präsidentschaftswahlen an. Angesichts der desolaten US-Wirtschaft, der exorbitanten Arbeitslosenzahl und einer Vielzahl von Toten durch das Coronavirus sieht Trump wohl seine Wiederwahl gefährdet an. Händler befürchten, dass die angespannte Rhetorik in einer neuen Stufe des Handelskrieges führen kann. Dabei hatte man sich Anfang des Jahres zumindest mit einem ersten Teilabkommen geeinigt, sodass die Märkte etwas beruhigter waren bezüglich der Rohölnachfrage beider Staaten.


US-Bestände sinken


Das DOE hat veröffentlicht, dass die Rohölbestände um 5,0 Mio. Barrel gesunken sind. Experten hatten noch erwartet, dass auf Wochensicht ein Anstieg von 1,4 Mio. Barrel vollzogen wird. Zugleich sind die Bestände von Destillaten und Benzin deutliche mehr gestiegen, als es erwartet worden war. Diese Kombination spricht für eine starke Erhöhung der Raffinerieauslastung. Diese wird wohl in Anbetracht eines erwarteten Nachfrageanstiegs erhöht. Bisher bleibt dieser aus, sodass die Preise stärker unter Druck stehen als erwartet. Analysten rechnen aber nach wie vor mit einer Anlaufenden höheren Urlaubsnachfrage und einem höheren Pendleraufkommen, durch die Meidung öffentlicher Verkehrsmittel. Zugleich rechnen Analysten damit, dass die Ölnachfrage erst im Jahr 2022 wieder auf dem Vorkrisenniveau sein wird. Hoffnung macht auch das europäische Vorgehen Urlaub in Europa zu ermöglichen. Gerade die Luftfahrtbranche verbraucht fast kein Kerosin mehr, wodurch die Nachfrage nach Rohöl bei den Raffinerien die Kerosin herstellen um teilweise 90 Prozent gesunken ist. 


Brent liegt heute Morgen über 5 Prozent im Minus bei 34,06 US-Dollar pro Barrel. WTI notiert fast 7 Prozent im Minus bei 31,65 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt mit 51,17 Euro pro 100 Liter gut 4,5 Euro höher als noch vor wenigen Tagen. 
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation