Ölpreise geben nach

Trotz OPEC-Kürzungen sind die Ölpreise nicht gestiegen. Aktuell liegen die Rohölnotierungen deutlich tiefer als noch vor rund einer Woche.

15.04.2020 | Robby Erkmann

Das lässt Zweifel deuten, ob die aktuelle Nachfragedrosselung tatsächlich ausreicht, um den Nachfrageeinbruch auszugleichen. Schon vor den Kürzungszusagen letzter Woche waren Analysten uneinig, ob die anvisierten 10 Mio. B/T nicht zu niedrig angesetzt sind. Zumal dieser Wert nur für die Monate Mai und Juni gilt. Für die Monate danach sollen die Förderkürzungen wieder sukzessive abgebaut werden. Allerdings wird für den Monat Mai befürchtet, dass bis zu 20 Mio. B/T an Rohöl eingelagert werden müssen. Damit wäre der Markt um 20 Mio. B/T überversorgt. Für den laufenden Monat April soll es genauso aussehen. Dabei nehmen die Auslastungen der weltweiten Rohöllager stetig zu. Schon vor Wochen waren Tanker vor der Küste von Malte gesichtet worden, die dort ankern und als schwimmende Öllager dienen. In den USA rechnet man aktuell damit, dass die Lager in 5 Wochen ihre maximale Kapazität erreicht haben. Somit kann es Ende Mai zu einem Shutdown kommen, selbst jetzt, wo dem Markt durch die OPEC 9,7 Mio. B/T entzogen werden sollen. 


WTI nähert sich Jahrestief


Die Ölpreise sind derart stark unter Druck, dass die US-Sorte WTI wieder nahe der 20 US-Dollar Marke liegt. In den USA ist die Diskussion um den Aufbau neuer strategischer Reserven noch nicht beendet. Damit will man den heimischen Produzenten große Mengen Rohöl abkaufen und diese den staatlichen Reserven zuführen. Insgesamt ist von 23 Mio. Barrel die Rede. Die starke Überversorgung spiegelt sich allgemein auch in den Verkaufspreisen für Rohöl in Asien wieder. Saudi-Arabien hat die Verkaufspreise für Rohöl nach der Einigung mit der OPEC bekannt gegeben. Für den Mittelmeerraum und Asien wird das saudische Rohöl nun deutlich günstiger verkauft. Damit will Saudi-Arabien Marktanteile in Asien sichern, allen voran China. In China läuft die Wirtschaftsleistung mehr und mehr an und fragt daher zunehmend mehr Rohöl nach. Deshalb herrscht dort ein großer Preiskampf und die geförderte Mengen Rohöl absetzen zu können. 


Die Stimmung am Markt bleibt also bearish. Die Ölpreise liegen heute Morgen wieder deutlich tiefer.  Brent kostet rund 28,19 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert bei 19,47 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 69,29 Euro pro 100 Liter.
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation