Ölpreise gleichen Verluste aus

Heute Morgen stehen die Notierungen deutlich höher als gestern. Verantwortlich hierfür dürften die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten sein.

03.01.2020 | Robby Erkmann

Die neuerdings verstärkten Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben gestern neue Impulse bekommen. Dadurch wurden die Ölfutures deutlich nach oben gedrückt. Die USA haben in der Nähe des irakischen internationalen Hauptstadtflughafen der Kommandant der Al-Kuds-Brigaden durch einen gezielten Raketenangriff getötet. Bei der Tötung von Qassim Soleimani wurde auch ein hochrangiger Vertreter der irakischen Miliz der Volksmobilmachungsfront getötet. Der Angriff wurde bereits vom US-Verteidigungsministerium bestätigt. Dabei wurde bekanntgegeben, dass die USA die US-Kräfte außerhalb der USA unnachgiebig schützen würde. Die Al-Quds-Brigaden stellen für die USA eine terroristische Vereinigung dar und sind für den Tod von US-Soldaten verantwortlich. Zugleich kündigte der Oberste Führer des Irans eine Rache für die Tötung Soleimanis an.

Die Spannungen nehmen damit weiter zu und am Markt dürfte es daher zu einem Risikoaufschlag kommen. Zudem kam es zuletzt zu Ausschreitungen vor der US-Botschaft im Regierungsviertel von Bagdad. Dies war eine Reaktion auf die Angriffe von irakischen Milizen der USA. Die USA könnten mit noch härten Sanktionen gegen den Iran die dortige Rohölindustrie, insbesondere durch Exportbeschränkungen, sanktionieren. Dies würde dann zu einer knapperen Versorgunglage führen. Der Iran hat bereits seit einiger Zeit Probleme beim Export von Rohöl, da die USA Staaten sanktionieren, die Rohöl aus dem Iran beziehen.

OPEC-Kürzungen zeigen Wirkung

Stützend wirkten sich auch erste Erkenntnisse zur OPEC-Kürzung aus. Mit Beginn des neuen Jahres greifen verschärfte Förderkürzungen, die im Dezember auf der Vollversammlung in Wien getroffen wurde. Die Bloomberg-Erhebung zur Fördermenge der OPEC im Dezember 2019 hat Monatswerte ermittelt, die um 90.000 B/T tiefer lagen als im Vormonat November. Hier besteht mit Beginn dieses Jahres ein Risiko der erhöhten Quoteneinhaltung, wodurch dann die vereinbarte Menge von 0,5 Mio. B/T tatsächlich dem Markt entzogen werden würde. In Verbindung mit den besseren Konjunkturaussichten durch die Annäherung der USA und China im Handelskonflikt kann es zu weiteren Preisanpassungen am Markt kommen.

Die Sorten WTI und Brent liegen heute beide mit etwa 3,5 Prozent deutlich oberhalb der Tageseröffnung. Brent kostet im Augenblick 68,62 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert jüngstenhin bei 63,31 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittlichen Heizölpreis in Deutschland unter der Verlinkung zu finden.

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