Ölpreise mit leichter Aufwärtstendenz

Die Rohölpreise sind seit letzter Woche Freitag um knapp zwei US-Dollar pro Barrel gestiegen. Der schwache Euro-Kurs fördert diese Entwicklung.

21.02.2020 | Robby Erkmann

Die Rohölsorten sind für Händler aus Europa aufgrund des Eurokurses sehr teuer geworden. Der Euro-Kurs ist auf dem Devisenmarkt so niedrig wie seit 2017 nicht mehr. Dieser Effekt ist auf die schwache Konjunktur in Europa zurückzuführen und spiegelt sich daher im niedrigen Eurokurs gegenüber dem USA-Dollar wider. Zudem stützt die Null-Zins-Politik der EZB den US-Dollar Kurs, da die Zinsen in den USA höher sind, verstärkt das die Investitionen in den US-Dollar. Andererseits drückt die schwache Konjunktur in Europa auf die Nachfrage nach Rohöl und erhöht so die Überversorgung am Markt. Mit Konjunkturproblemen hat auch China zu kämpfen. Diese sind, verstärkt durch das Coronavirus, nicht zu vernachlässigen. Neuste Zahlen belegen, dass chinesische Raffinerien rund 10 Mio. B/T verarbeitet haben. Im Jahresdurchschnitt 2019 hatte selbige Kennzahl bei 13 Mio. B/T gelegen. Zugleich ist die Rohölnachfrage der Raffinerien um 3,0 Mio. B/T gesunken. 


Keine Erholung der Rohölnachfrage


Bisweilen ist keine Verbesserung in Sicht und China bleibt das Sorgenkind. Die Benzinbestände in Shandong liegen bei 35 Prozent ihrer Auslastung liegen und mit 15 Prozent zum Jahresanfang gestartet haben. Die nächsten Wochen werden für die Raffinerien eine Herausforderung werden und man hofft auf eine Steigerung der Rohölverarbeitung ab März. Allerdings ist diese Entwicklung von der Ausbreitung des Coronavirus abhängig. Eine neue Infektionswelle kann die Wiederaufnahme der normalen Geschäftstätigkeit in China stark einschränken. Zudem wird in den USA und in Südkorea eine starke Zunahme bei den Neuinfektionen festgestellt. Die Eindämmung des Virus ist daher noch lange nicht vollzogen und die weltweite Ausbreitung kann massiv voranschreiten. Sollte dies der Fall sein können die Rohölpreise an den Börsen nochmals deutlich nachgeben. Denn der Einbruch bei der Rohölnachfrage nur in China übertrifft die aktuellen OPEC-Förderkürzungen deutlich. Zudem ist es nahezu ausgeschlossen, dass die OPEC zusätzliche Fördermengen reduziert, die den Ausfall gänzlich ausgleichen können. 


Die Ölpreise liegen heute Morgen leicht tiefer. Brent kostet im Moment 58,70 US-Dollar und die Sorte WTI liegt bei 53,40 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist zum zweiten Mal in Folge gestiegen und liegt heute bei 63,18 Euro pro 100 Liter. 
 

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