Ölpreise mit Schwung am Nachmittag

Konjunkturzahlen aus den USA haben die Ölpreise gestern im Nachmittagsverlauf steigen lassen. Zuvor war die Stimmung deutlich eingetrübt.

04.08.2020 | Robby Erkmann

Die Märkte nehmen aktuell jede noch so vorhandene positive Nachricht auf, um daraus Hoffnung für eine weitere positive Entwicklung der Konjunktur zu ziehen. Aktuell sind es gute Industriedaten aus den USA die, die Märkte etwas aufatmen lassen. Der Einkaufsmanagerindex ISM hat für den Monat Juli die Erwartungen der Marktteilnehmer und Experten übertroffen. Grund war eine unverhoffte gute Auftragslage bei den US-Unternehmen. Zugleich war die Berichtssaison der börsennotierten US-Firmen positiver als gedacht. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets sprach davon, dass ein Großteil der Unternehmen bessere Quartalszahlen offengelegt hätten, als es erwartet worden war. Insbesondere die Tech-Konzerne hatten weniger Probleme durch die Coronakrise und sind somit gestärkt aus der aktuellen Pandemie hervorgegangen. Andererseits stehen die aktuellen US-Zahlen etwas im Widerspruch zu den Befürchtungen, die viele Ökonomen haben. Grund sind die stetig steigenden Infizierten mit dem Coronavirus und die Angst vor erneuten repressiven Maßnahmen der US-Regierung. Aktuell erhofft man sich eine schnelle Lösung in der Debatte um neue Konjunkturhilfen seitens der Regierung. Die Gespräche hierzu werden am heutigen Dienstag fortgeführt. 


OPEC wird Förderung anheben


Mit Beginn der außerordentlichen Kürzungsvereinbarung der OPEC, die als Reaktion auf die Coronapandemie beschlossen wurden, wurde zugleich eine sukzessive Anhebung der Fördermengen vereinbart. Demnach kann die OPEC für den Monat August 1,9 Mio. B/T mehr Rohöl fördern. Da die Kürzungen nicht zu 100 Prozent eingehalten wurden, stehen den Märkten effektiv 1,5 Mio. B/T mehr zu Verfügung, sofern die OPEC-Mitglieder die Rohölförderung tatsächlich anheben. Libyen wird dies nicht umsetzen können, da sich das Land nach wie vor in einem Bürgerkriegszustand befindet. Hier Kämpfen die Regierungstruppen aus der Hauptstadt Tripolis gegen die Truppen des General Haftar. Dadurch kamen die libyschen Rohölexporte nahezu zum Erliegen. Für den Monat Juli hatte Bloomberg errechnet, dass die OPEC nochmal gut 900.000 B/T weniger Rohöl gefördert hatte. Demzufolge lag die Fördermenge der OPEC bei etwa 23,43 Mio. B/T. 


Brent und WTI liegen heute Morgen nahezu unverändert. Die Sorte WTI kostet 40,83 US-Dollar pro Barrel und die Sorte Brent notiert aktuell bei 43,94 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland steht heute bei 46,27 Euro und damit höher als gestern.
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation