Ölpreise starten auf Februarhochs in Handelswoche

Die neue Handelswoche beginnt für die Rohölpreise im Bereich ihrer Februarhochs. Richtungsweisende Impulse sind erst im März zu erwarten.

17.02.2020 | Franziska Berg

 

Nach dem Jahreswechsel ging es für die Rohöl-Futures zunächst bergauf. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärfte sich, was Marktteilnehmer verunsicherte. Man fürchtete in der Auseinandersetzung eine Gefahr für die weltweite Ölversorgung. Diese Sorge ist inzwischen vom Markt verschwunden. Vielmehr sorgen sich Marktteilnehmer nun um die Entwicklung der Ölnachfrage. Die rasche Ausbreitung des Coronavirus zwang die Rohölpreise in die Knie. In den ersten sechs Wochen gaben die Referenzsorten um 15 US-Dollar nach. In der Vorwoche fielen sie sogar auf Einjahrestiefs. Dass sich die Ausbreitung des Coronavirus zuletzt verlangsamte, verschaffte den Rohöl-Futures wieder etwas Aufwärtspotenzial. In den vergangenen Tagen orientierten sie sich daher aufwärts, legten innerhalb einer Woche um drei bis vier US-Dollar zu. Bei nachlassender Sorge um das Coronavirus bewegen sich die Rohölpreise derzeit auf Februarhochs. Mit neuen richtungsweisenden Impulsen ist erst im März zu rechnen, wenn die OPEC+ ihre künftige Produktionsstrategie verabschieden.

 

Augenmerk auf Entwicklung der chinesischen Ölnachfrage

Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet langsamer voran als in den Vorwochen. Zwar ist die Zahl der Infektionsfälle zuletzt rapide gestiegen. Der plötzliche Anstieg ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings auf eine neue Diagnosemethode zurückzuführen, nicht auf eine unkontrollierte Ausbreitung. Diese Entwarnung der WHO sorgt an den internationalen Finanz- und Rohstoffmärkten für Beruhigung. Doch die Sorge um die Entwicklung der Ölnachfrage bleibt bestehen. In ihren jeweiligen Monatsberichten hatten die OPEC, die Energy Information Administration und die International Energy Agency (IEA) klargestellt, dass sie das Virus weiterhin als Risiko für die Ölnachfrage sehen. Die IEA korrigierte ihre Prognose für das erwartete Nachfragewachstum um 400.000 Barrel pro Tag und damit deutlich nach unten. Man geht davon aus, dass die weltweite Ölnachfrage 2020 lediglich um 800.000 Barrel pro Tag wachsen wird.

Im Fokus von Anlegern und Analysten steht bei alldem die chinesische Ölnachfrage. Die IEA schätzt, dass China im ersten Quartal 2020 täglich 435.000 Barrel weniger nachfragen wird als im Vorjahr. Einen so starken Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gab es seit der Finanzkrise im Jahr 2009 nicht mehr. Das niedrige Preisniveau hat die Nachfrage wohl wieder etwas angekurbelt. Berichtet wird, private chinesische Raffinerien hätten sie für strategische Käufe genutzt. Am Morgen halten sich die Rohölpreise wegen nachlassender Sorge um das Coronavirus auf Februarhochs. Neue Impulse wird voraussichtlich erst das nächste OPEC-Treffen setzen, das für Anfang März vorgesehen ist. Heute Morgen wird WTI bei 52,10 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 57,30 US-Dollar. Auf Monatshochs befinden sich heute auch die Heizölpreise. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 62,70 Euro.

 

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