Ölpreise stehen unter Druck

Nach dem gestrigen Anstieg verlieren die Ölpreise heute Morgen wieder an Boden. Dies dürfte insbesondere mit den Corona-- Infektionen zusammen hängen.

07.07.2020 | Robby Erkmann

Virologen und Analysten sind sehr in Sorge, dass mit dem Beginn der Ferien und einer vermehrten Reiseaktivität der Bürger die Neuinfektionen stark ansteigen und es so zu einem zweiten Lockdown kommen kann. Dieser würde die Weltwirtschaft empfindlich treffen und die Rohölnachfrage entsprechend stark vermindern. Ein größere Überversorgung wäre die Folge und die Ölpreise hätten damit erneut viel Abwärtspotential. Dabei sind die Ölpreise in den letzten Monaten langsam, aber kontinuierlich angestiegen. Seit Mai zeichnete sich ein anhaltender Trend ab, der auch auf die Lockerungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Hiermit haben die Ölpreisnotierungen an den Ölbörsen um rund 11 US-Dollar pro Barrel zugelegt. Weiterhin beängstigend ist es, dass die USA nach wie vor enorm viele Neuinfektionen haben. Das relativiert den positiven Effekt der freundlichen Arbeitsmarktdaten. Zwar haben die Lockerungen einen positiven Effekt auf die US-Wirtschaftszahlen, allerdings sorgen sich Experten auch um mögliche neue Lockdowns in den USA. Dann würde die aktuelle Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent wieder ansteigen und unter Umständen den Höchststand aus Mai von 13,3 Prozent überschreiten. 


Saudi-Arabien hebt Ölpreise an


In Asien klettern die Aktienmärkte auf ein Neues 4-Monatshoch. Gleichzeitig verteuert sich auch der Rohölpreis für August. Das hat Saudi-Arabien bekannt gegeben. Damit erhöht Saudi-Arabien die Rohölpreis den dritten Monat in Folge. Allerdings müssen auch Kunden aus Europa und den USA mehr bezahlen. Von den neuen Preisen sind für asiatische Abnehmer aktuell 12 Millionen Barrel betroffen. Nun wird vermutet, dass auch die anderen OPEC-Mitglieder die Preise anheben werden, da Saudi-Arabien zumeist die Preisrichtung vorgibt. Ebenfalls positiv für den Ölpreis ist die Einhaltungsquote der Förderkürzungen, die aktuell leicht über dem vereinbarten Niveau liegt. Allerdings dürfte dies auch an der Entwicklung in Libyen liegen, wo es durch den innenpolitischen Konflikt zu starken Einbußen kommt. Tendenziell dürften es die Rohölpreise schwer haben in den kommenden Wochen den Aufwärtstrend beizubehalten. Mit leichten Rücksetzern sollten Marktteilnehmer als rechnen. 


Brent kostet aktuell 42,60 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert jüngsthin bei 40,05 US-Dollar pro Barrel. Beide Sorten notieren aktuell im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 48,93 Euro pro 100 Liter und ist damit etwas teurer als gestern. 
 

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