Ölpreise steigen deutlich

Der jüngste Preissprung kann auf die Entwicklung und Einschaltung der USA zum weltweiten Preisverfall der Rohölpreise zurückgeführt werden.

02.04.2020 | Robby Erkmann

US-Präsident Trump nimmt sich der Problematik am Ölmarkt nun voll und ganz an. Demnach ist ein Treffen mit den CEOs der US-Ölkonzerne geplant. Dort soll es um mittelbare und unmittelbare Hilfen für die Branche gehen. Trump befürchtet eine Pleitewelle im Ölsektor. Das käme für den diesjährigen Wahlkampf ungelegen. Zudem hatten die USA als Ziel, die Abhängigkeit von Rohöllieferungen anderer Staaten zu reduzieren. Dies Ziel wäre mit einer größeren Insolvenzwelle heimischer Rohölförderer gefährdet. Im Treffen, welches diesen Freitag stattfindet, geht es um direkte Hilfen für die Ölindustrie. Hier wahrscheinlich in Form von finanzieller Unterstützung. Auf der anderen Seite ist die Option offen, Strafzölle gegen saudische Ölexporte zu verhängen. Denn Trump missfällt die Taktik der saudischen Regierung, nach Beendigung der Förderkürzungen, die Rohölförderung massiv auszuweiten und so den Ölmarkt noch stärker zu überversorgen. Das könnte die Ölpreise noch stärker fallen lassen. Ohnehin sind die Ölpreise dieses Jahr um bis zu zwei Drittel gefallen. Ein weiterer Preisverfall ist daher kaum ertragbar. Die Ölpreise sind so niedrig, wie seit 18 Jahren nicht mehr. Zugleich werden der öffentliche Autoverkehr und der Flugverkehr noch über Wochen stark reduziert sein, da die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einige Beschränkungen aufweisen. Daher wird auch die Nachfrage deutlich schwächer bleiben. 


Spritpreise trotzdem dem Ölpreis


Dass der Markt exorbitant überversorgt ist, zeigt sich auch an den Tankstellenpreisen. So haben Diesel und Benzin nicht das Niveau erreicht, welches 2016 bei den Benzin -und Dieselpreisen erreicht wurde, obwohl das Preisniveau und der Euro-Dollar-Kurs dem jetzigen Bild entsprechen. Dies verdeutlicht, wie sehr die niedrige Nachfrage auf den markt durchschlägt. Tankstellen müssen weiterhin ihre Fixkosten bedienen und schlagen diesen Preis auf nun deutlich weniger Verbraucher auf. Das drückt den Preis für Diesel und Benzin nach oben. München zählt nur noch ein Verkehrsaufkommen von 43 Prozent und auch Berlin und Hamburg melden Rückgänge von etwa 50 Prozent. Das gleiche Bild ergibt sich bei den Heizölpreisen. Dort liegt die Nachfrage- und Bestellmenge von März dieses Jahres teilweise um das Fünffache höher als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. Das lässt die Preise ebenfalls nicht so stark fallen, wie sie unter normale Bedingungen fallen würden. 


Brent und WTI können heute erstmal Boden gut mache, was auch an den Neuigkeiten aus den USA liegen dürfte. Brent kostet 27,26 US-Dollar pro Barrel und WTI liegt bei 22,15 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittlichen Heizölpreis ist unter dem Link zu finden.
 

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