Ölpreise stoppen den Abwärtstrend

Die Talfahrt der vergangenen Tage wurde gestoppt. Überwunden ist die Angst nicht, zumal sich die Nachrichtenlage nicht entspannt, kann es volatil bleiben.

29.01.2020 | Robby Erkmann

Die Ölpreise hatten am Montag den tiefsten Stand seit Oktober erreicht. Im Vergleich zum Jahresbeginn liegt die US-Sorte WTI rund 13 Prozent niedriger und die europäische Sorte Brent verringerte sich bisher um etwa 10 Prozent pro Barrel. Die Ausbreitung des Coronavirus hat dabei auch due OPEC zunehmend besorgt. Erst im Dezember wurden die bestehenden Förderkürzungen um 500.000 B/T angehoben. Zwar läuft das aktuelle Abkommen nur bis März, allerdings wurde stets betont die Förderkürzungen bis mindestens Ende des Jahres zu verlängern. Neusten Spekulationen zur Folge wird die OPEC auf den neusten Preisverfall mit besonderen Maßnahmen reagieren. So sollen bereits hinter verschlossenen Türen Gespräch geführt werden, die die Thematik einer vorzeitigen Verlängerung und Anhebung der Kürzungsquote beinhalten. Das Ölpreisniveau ist nach wie vor weit von den Vorstellungen der OPEC entfernt. Als Wunschpreis waren stets 80 US-Dollar pro Barrel ausgegeben worden. 


Analystenbewertung bleibt bearish


Zuerst hatte die US-Bank Goldman Sachs einen Vergleich zum SARS-virus hergestellt und daher die preismindernde Wirkung des aktuellen Coronavirus eingeschätzt. Die britische Bank Barclays hat errechnet, dass der Flugverkehr im ersten Quartal die Rohölnachfrage um rund 300.000 B/T vermindern kann. Norbert Rücker von der Privatbank Julius Bär sieht die Auswirkungen schwerpunktmäßig im Kerosinmarkt angesiedelt und stützt damit die Aussage von der Barclays-Bank. Analysten von Energie Aspects sehen den Einfluss nur temporär und der Markt preis aktuell eine langanhaltende Wirkung ein. Im dritten Quartal mit anstehenden Sommerferiensaison soll sich der Kerosinmarkt stark erholen. Chinas Einfluss könnte neusten Vermutungen zur Folge umfangreicher ausfallen als es 2003 beim SARS-Virus der Fall war. Grund ist die bis heute stark gewachsene chinesische Wirtschaft und die noch stärker vernetzte Weltwirtschaft, sowie deutlich schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Dies rechtfertig die aktuelle Haltung vieler Experten und Analysten und legitimiert die aktuellen starken Preiskorrekturen. 

Die Nordseesorte Brent notiert heute Morgen wieder um die 60 US-Dollar Marke bei 60,08 US-Dollar pro Barrel. WTI kostet heute Morgen 54,02 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist heute leicht gestiegen und liegt damit bei 62,30 Euro pro 100 Liter.

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