Ölpreise verharren wenig verändert

Die Hurrikansituation in den USA beruhigt sich und wirkt damit vermehrt bearish auf die Rohölpreise. Nun rückt die Rohölnachfrage in den Blickpunkt.

28.08.2020 | Robby Erkmann

Hurrikan Laura traf gestern auf das Festland im Grenzgebiet von Texas und Louisiana. Mit einer Stärke von 4 hatten Marktteilnehmer durchaus große Sorge vor hohen Schäden. Diese sind nach jetzigem Kenntnisstand ausgeblieben. Hurrikan Laura zieht derweil weiter landeinwärts und entfernt sich damit von der sensiblen Infrastruktur der Rohölindustrie. Diese wird von den Anlagenbetreibern derweil wieder hochgefahren, obschon alles Risiken noch nicht überwunden sind. Experten warnen vor noch möglichen Überflutengen und Sturmwellen, die in Küstengebieten auftreten können. Der Ölriese Total, welcher eine Raffinerie mit einer Kapazität von 225.000 B/T betreibt, hat angekündigt diese wieder unverzüglich hochzufahren. Gleiches Vorgehen hat der US-Ölriese Exxon Mobil vermeldet, der eine Raffinerie am Huston Ship Channel betreibt. Der Verladehafen in Huston wurde von den Behörden ebenfalls wieder freigegeben. Damit dürfte das Schlimmste überstanden sein, sodass es zu keinen maßgeblichen Produktionsausfällen kommt. Die Offshore-Anlagenbetreiber haben ebenfalls wieder begonnen, dass evakuierte Personal auf die Bohrinseln zurückzubringen.

Indien verlängert Lockdown

Die Cornona-Pandemie hat Indien weiterhin stark im Griff. Deshalb haben die Behörden den allgemeinen Lockdown um einen Monat verlängert. Doch selbst zuletzt sind die Infektionszahlen weiter angestiegen, obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus stetig verlängert wurden. Indien notiert auf Platz drei der weltweit am stärksten betroffenen Ländern. Schlimmer hat es nur Brasilien und die USA getroffen. Zugleich sind die Folgen für die Bevölkerung enorm. Da es kaum soziale Absicherungen seitens des Staates gibt, leiden die Menschen sehr. Armut und Knappheit bei der Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung sind vorprogrammiert. Das Land kämpft daher gegen eine extreme Wirtschaftskrise, die auch die Industrie treffen wird. Die Folge hier ist stets eine geringere Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten. Das tangiert die Ölpreise bearish, da die Überangebot mit Rohöl- und Ölprodukten zunimmt.

Die Ölpreise liegen heute Morgen bei 42,97 US-Dollar für das Barrel WTI und bei 45,07 US-Dollar pro Barrel für die Sorte Brent. Beide Sorten liegen damit leicht im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist heute temporär stark angestiegen. Das Preisniveau sollte daher kurzfristig wieder das Niveau der letzten Tage erreichen.

 

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