Rohölpreise weiterhin auf Corona-Hoch

Der Ölpreis verbleibt weiter auf dem höchsten Niveau seit Ausbruch der globalen Coronakrise.

17.12.2020 | Christoph Warich

Laut gestern veröffentlichtem DOE-Bericht sanken die US-Lagerbestände im Bereich Rohöl, mit einem Minus von 3,1 Millionen Barrel jedoch nicht ganz so stark wie von Händlern und Analysten erwartet. Im Bereich der Destillate Benzin, Diesel und Heizöl stagnieren die Bestände.
Zusätzlich zu den preissteigernden Faktoren der Lagerbestände gibt es von Seiten der US-Regierung Signale, dass es noch vor Weihnachten zu einem erneuten Konjunkturpaket zur Abfederung der von der Coronakrise gebeutelten Wirtschaft kommen kann. Des Weiteren unterstützt die Fed mit ihrer expansiven Geldpolitik diesen Trend, die US-Notenbank belässt den Zinssatz wie zuvor erwartet bei 0,00 bis 0,25%. An weiteren Anleihenkäufen wird sie in den nächsten Monaten ebenfalls festhalten.
Auch die EZB stockt ihre Corona-Hilfen weiter auf, sodass es auch in Europa trotz weiterer Einschränkungen wie Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen zu keinem allzu heftigen Einbruch der Wirtschaft kommen wird.
Unter Berücksichtigung dessen ist die Marktlage trotz der anhaltenden Coronakrise, welche sich auf die Gesamtwirtschaft der USA und Europa auswirkt, sowie der damit verbundenen verringerten Nachfrage nach Rohöl sowie Benzin und Diesel als fundamental neutral beziehungsweise leicht bullish einzustufen.


Asiatischer Raum mit rascher Erholung

Mit Blick auf den asiatischen Raum scheint die Coronapandemie, zumindest mit dem Blick auf die Ölnachfrage, beinahe überwunden zu sein. Die Raffinerieauslastung Chinas hat im letzten Monat nicht nur das Vorjahresniveau übertroffen, sondern auch ein absolutes Rekordhoch eingestellt.
Auch in Indien ist durch eine Zunahme des Individualverkehrs und der damit verbundenen gestiegenen Nachfrage nach Benzin und LPG der Nachfragerückgang nach Diesel und Kerosin kompensiert worden. Einzelne Raffinerien des Landes laufen Bereits wieder mit einer Auslastung von 100% um den gesteigerten Bedarf bedienen zu können.
Die größten Rohölverarbeiter Indiens prognostizieren dieses hohe Niveau auch bis ins nächste Jahr hinein. Im Verbund mit der Auslieferung der Covid-19 Impfstoffe wird davon ausgegangen, dass die hohe Nachfrage nach Öl anhält.

 

Die Lage in Europa und den USA

Die positiven Prognosen Indiens und Chinas können in Europa und den USA nicht geteilt werden. Hier liegt die Nachfrage nach Öl weiterhin deutlich hinter den Vorjahresniveaus und auch des Niveaus vor Corona. Eingeschränkter Individualverkehr, Homeoffice und ein reduzierter Konsum wirken sich negativ auf mögliche Vorhersagen aus.
Die Aussicht auf einen Beginn der Impfungen und weiterer Impfstoffzulassungen lassen jedoch auch hier langfristig einen optimistischen Trend erkennen.
In Anbetracht der genannten Faktoren ist die fundamentale Lage als bullish zu betrachten.

 

Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 51,27 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 48,02 US-Dollar je Barrel.
Der Heizölpreis hat sich im Vergleich zu den Vortagen kaum verändert, liegt aktuell bei 54,13 je 100 Liter für eine Standardlieferung.

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