Ölpreise ziehen zu Jahresbeginn wieder an

Den gefallenen Ölpreisen zum Ende des Jahres 2020 folgt ein Aufwärtstrend zu Jahresbeginn.

04.01.2021 | Christoph Warich

 

Zurückzuführen auf die erhöhte Reiseaktivität um die Feiertage und den Jahreswechsel dürfte dies vorerst jedoch nicht als dauerhaftes Signal gedeutet werden. Auch wenn der Januar im Bereich der Ölnachfrage traditionell als schwacher Monat gilt, sollte dies in Anbetracht einer insgesamt schwachen Zeit nicht überbewertet werden.

Weiterhin hat die Corona Situation die Welt fest im Griff und Experten rechnen nach den Weihnachtstagen und Silvester mit einem erneuten Anstieg der Infiziertenzahlen. Zumal die Feiertags- und Wochenendsverzögerungen bei der Weitergabe der aktuellen Daten an die öffentlichen Stellen in den nächsten Tagen wieder aufgeholt werden sollte. Erst dann wird wohl ersichtlich sein wo man seit der Vorweihnachtszeit steht.

Corona sorgt weiterhin für Unsicherheiten

Aufgrund der bisher schwer einschätzbaren Situation um die nicht sinken wollenden Zahlen der Infizierten und einer für Mitte Januar erwarteten neuen Welle, welche auf die Feiertagsaktivitäten zurück zuführen ist, sind Prognosen für die Nachfrage und die Ölpreise momentan schwierig. Einerseits ist der Beginn der Impfungen weltweit als positiver Einfluss zu bewerten. Länder wie Israel oder auch Großbritannien sind erwähnenswerte positive Beispiele für eine hohe Impfquote. Jedoch lässt sich nicht verdrängen, dass es noch Monate dauern wird bis von einer tatsächlichen, breiten Immunität die Rede sein kann. Als Negativbeispiel sei hier Deutschland genannt, welches aktuell noch etwas hinterherhinkt. Dem folgend sind die Gedankenspiele um die Einführungen neuer, sowie eine Verlängerung und Ausweitung bereits bestehender Lockdowns nicht als Nachfragefördernd zu betrachten.

OPEC+ Hauptversammlung findet heute statt

Sowohl das Zusammentreffen des Joint Ministerial Monitoring Committee, kurz JMMC, als auch die Hauptversammlung des Kartells selbst stehen heute an. Das wichtigste Thema des Tages dürfte sein, ob man die Ölproduktion für Februar erneut um die geplante Menge um 0,5 B/T anhebt oder vorerst auf den nächsten Monat verschiebt. Uneinigkeit herrscht darin wie die aktuelle Lage auf den Märkten zu beurteilen ist. Zwar rechnet man für das Gesamtjahr 2021 mit einem Anstieg der Rohölnachfrage um 5,9 Mio. B/T auf 96,9 Mio. B/T, jedoch hat man mit 2020 ein relativ schwaches Referenzjahr. Während Saudi-Arabien sich bislang erneut zurückhaltend zeigt, hat sich Russland bereits letzte Woche für eine Produktionssteigerung im Februar ausgesprochen. Das letzte Meeting Ende November wurde bereits wegen Uneinigkeiten innerhalb der OPEC+ vertagt, es bleibt abzuwarten ob man diesmal zu Übereinstimmungen kommt.

CO2 Abgabe sorgt für Preisaufschläge

Mit Beginn des Jahres treten die neuen Aufschläge in Form der CO2 Abgabe in Kraft. Dies sorgt für eine Preiserhöhung für Öl und seine Destillate.

Aktuell liegt der Preis für einen Barrel WTI bei 49,56 Dollar pro Barrel. Brent notiert bei 53,02 Dollar.

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