Ölpreiskrieg verunsichert den Markt

Die Ölbörsen bleiben volatil und machen Preisvorhersagen damit nur kurzfristig möglich. Wobei die aktuelle Situation für weitere Preisnachlässe spricht.

11.03.2020 | Robby Erkmann

Der Wochenauftakt startet mit einem der stärksten Preiseinbrüche, die es je gegeben hat. Bis zu 30 Prozent niedriger notierten die Rohölpreise. Bis jetzt haben sich die Ölpreise nicht erholt und die aktuelle Marktsituation spricht mehrheitlich dafür, dass es zu weiteren Preisnachlässen kommen wird. Die Regierungen versuchen die Aktienmärkte und Unternehmen zu beruhigen, indem notfalls schnell Konjunkturpakte aufgelegt werden. Diese sollen dann das Wirtschaftswachstum stabilisieren und würden so auf positiv auf die Rohölpreise wirken. Denn die Nachfrage nach Rohöl ist auch von der wirtschaftlichen Lage abhängig. Mitunter wartet der Markt auch auf eine Reaktion der EZB. Diese könnte ihr Anleihenkaufprogramm weiter hochfahren und die Zinsen noch stärker senken. 


Doch viel entscheidender ist der aktuelle Preiskrieg von Russland und Saudi-Arabien. Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco will unterdessen die eigenen maximale Förderkapazitäten von 12 auf 13 Mio. B/T ausbauen. Zugleich wird auch die Ölförderung hochgefahren. Diese lag im Februar noch bei 9,7 Mio. B/T und wird allen Anschein nach sehr rasch wieder das Ursprungsniveau erreichen können, welches bei etwa 12 Mio. B/T liegen wird.


Sondermeeting der OPEC


Al-Falih wurde als Vermittler beauftragt zwischen den Ländern Russland und Saudi-Arabien als Vermittler zu dienen. Al Falih ist ehemaliger Ölminister Saudi-Arabiens und hatte seinerzeit den OPEC+ Deal eingeführt. Sein Ziel wird es sein, den beginnenden Preiskampf beider Staaten zu verhindern. Im Grunde hat kein Land Vorteil durch ein derart niedriges Preisniveau. Russland hatte bereits kenntlich gemacht, dass die Finanzreserven des Landes das jetzige Preisniveau über Jahre ausgleichen kann, sofern man nicht kostendeckend arbeitet. Dazu kann es im April ein Sondertreffen geben, sofern es gelingt beide Parteien zu Verhandlungen zu bewegen. Der russische Energieminister Nowak hatte angedeutet, dass die Türen für eine weitere Zusammenarbeit grundsätzlich nicht geschlossen sind. Daher könnte es im Mai oder Juni ein neues OPEC-Treffen geben. Bis dahin wird die Unsicherheit am Markt sehr groß bleiben. 


Die Rohölpreise liegen heute Morgen rund 4,5 Prozent im Minus. WTI kostet 33,32 US-Dollar pro Barrel und Brent kostet 36,05 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute höher als gestern und bleibt aufgrund der starken Marktverwerfungen ebenfalls volatil 100 Liter Heizöl kosten heute im Durchschnitt 55,84 Euro. 
 

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