Ölriese Shell auf Sparkurs

Der britisch-niederländische Ölkonzern sieht angesichts der Entwicklungen am Ölmarkt keine andere Möglichkeit als einen drastischen Sparkurs einzuleiten.

30.09.2020 | Robby Erkmann

Dazu sieht das Management den Abbau von 9000 Stellen als unumgänglich an. Die Kosten müssen angesichts des nachhaltigen und dauerhaften Preisverfalls deutlich reduziert werden. Damit werden Kosten im Upstream-Bereich deutlich gesenkt, sodass die frei werdenden Mittel in nachhaltige und grüne Energien investiert werden können. Der Upstream-Bereich steht quasi für das klassische Rohölgeschäft, was angesichts der Energiewende auf einem absteigenden Ast steht. SEO van Beurden prophezeite, dass man 2050 den Hauptfokus auf nachhaltigem Strom ausgerichtet hat, sowie Biokraftstoffe, Wasserstoffe und andere alternative Lösungen. Das nun benannte Sparprogramm unter den Namen „Project Reshape“ stellt somit die Wende im steigenden Sektor des Rohölgeschäftes nach über 100 Jahren Wachstum dar. Der Umbau hin zum größten Stromanbieter der Welt wurde bereits vor gut 18 Monaten angekündigt und bekommt mit den jetzigen Maßnahmen nochmals deutlich Nachdruck. Zugleich wird deutlich wie sehr die ganze Branche unter Druck steht.

Die aktuelle Entwicklung und der Zwang den Wandel im Energiesektor mitzugehen spüren auch die anderen großen Ölkonzerne. BP streicht 10.000 Stellen und der US-Riese Ehevron teilte unlängst mit 6.000 Stellen einzusparen. Zudem hat Exxon Mobil angekündigt ebenfalls einen Stellenabbau zu vollziehen in bisher unbekannter Höhe. Eine ganze Branche steht vor dem Umbau, da insbesondere in Europa die Maßnahmen der EU zur Einsparung von CO2 schärfer werden. Das aktuelle Ölpreisniveau tut sein selbiges hinzu, da die Überschüsse der Ölkonzerne dahinschmelzen. Die Corona-Pandemie und eine schwache Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten beschleunigt also die Maßnahmen der Konzerne.

Corona-Pandemie bleibt Sorgentreiber

Die Zahl der Neuinfektionen ist in vielen Länder besorgniserregend hoch und veranlasst zuweilen die Staaten teilweise stark einschränkende Maßnahmen zu beschließen. Die gänzliche Entwicklung ist für die Rohölnachfrage sehr bearish und hält so die Ölpreise auf einem niedrigen Niveau. Solange es keinen Impfstoff gibt wird die Corona-Pandemie das beherrschende Thema sein für das Ölpreisniveau. Sofern die Pandemie mit einem Impfstoff mehrheitlich unter Kontrolle gebracht wurde, eröffnet die Chancen für den Ölpreise sich wieder nach oben zu orientieren. Bislang ist dies nicht der Fall, sodass auch die Aussichten für das restliche Jahr eher verhaltend sind.

Die Ölpreise liegen heute leicht fester, sind aber unverändert auf niedrigem Niveau. Brent kostet zur Zeit 40,83 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert 39,19 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist heute ebenfalls kaum verändert zu gestern. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 43,25 Euro.

 

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