Preiseinbruch an den Ölbörsen

Nach den Vergeltungsanschlägen des Irans auf US-Ziele im Irak ist die Lage verhältnismäßig entspannt. Die Ölindustrie ist ebenfalls nicht beeinträchtigt.

09.01.2020 | Robby Erkmann

Bei dem Beschuss auf US-Militäreinrichtungen im Irak kamen den Angaben zufolge keine Militärangehörigen um. Diese konnten sich durch ein Frühwarnsystem in Sicherheit bringen. Außerdem blieben Einrichtungen der Ölindustrie bisher von den Spannungen verschont. Demnach kam es bisweilen nicht zu einer Verknappung des Marktes. Die Beobachter reagierten positiv auf die Äußerungen Trumps, der weitere Militärschläge gegen den Iran vorerst ausgeschlossen hat. Es werde zu dem Mittel der Wirtschaftssanktionen zurückgegriffen, so Trump. Kurzfristig hat diese Aussage die Ölkurse auf Talfahrt geschickt. Dabei ist zu beachten, dass hieraus mitunter langfristige positive Signale ausgesendet werden können, sofern die neuen Sanktionen die Rohölexporte des Irans weiter einschränkt. Für die Risikoaufschläge und deren Abbau war jedoch nur die Vermeidung eines Krieges maßgeblich. Insofern kamen die Rohölpreise gestern von ihrer Rallye zurück, die von den geopolitischen Risiken geprägt war und nicht von einer mangelnden Rohölversorgung. Gleichen Kurs wie, die USA scheint auch der Iran einschlagen zu wollen. Laut US-Vizepräsident Pence hat der Iran die dortigen Milizen aufgefordert keine Angriffe auf US-Ziele zu verüben.

Der Rohölpreis für Brent ist im gestrigen Tagesverlauf um über 3 US-Dollar pro Barrel gesunken. Die Nordseesorte Brent wird heute Morgen für 65,74 pro Barrel gehandelt. Das sind fast fünf Prozent weniger als gestern Morgen. Die US-Sorte WTI notiert heute früh bei 59,86 US-Dollar pro Barrel. Dies stellt ebenfalls einen Rückgang von etwa fünf Prozent dar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,66 und ist im Durchschnitt etwas teurer als gestern.

US-Daten überraschen den Markt

Ein weiterer bearisher Aspekt am gestrigen Tage waren die wöchentlichen DOE-Daten. Die Zahlen des DOE haben die API-Zahlen vom Vortag nicht bestätigt. Die Rohölbestände sind letzte Woche um 1,2 Mio. Barrel gestiegen. Ebenfalls zulegen konnten die Destillat- und Benzinbestände, die um je 5,3 und 9,1 Mio. Barrel gestiegen sind. Damit steigen die Produktbestände in den USA zum zweiten Mal in Folge deutlich. Insgesamt stiegen die Produktbestände um gut 14,5 Mio. Barrel. Schon in der Vorwoche meldete das DOE Aufbauten über alle Produkte hinweg von insgesamt 11 Mio. Barrel. Diese Meldung hatte die Experten am gestrigen Tage ebenfalls überrascht und so Abbauten bei den Rohölpreisen begünstigt.

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