Rohölpreise auf Oktobertief

Die Märkte bleiben in den Fängen des Coronavirus sehr bearish. Dazu überlegt die WHO nun doch den weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen.

30.01.2020 | Robby Erkmann

Die Ölpreise haben aktuell keinerlei Aufwärtstendenzen, da die momentane Lage um das Coronavirus alle weiteren Probleme überlagert. Durch das Virus sorgt man sich um die Rohölnachfrage, Unbegründet ist dies nicht. Fritsch, Rohstoffanalyst von der Commerzbank sieht insbesondere die Reisetätigkeit und den Flugverkehr als ausschlaggebend an. Großbritannien hat für China eine offizielle Reisewarnung ausgegeben und die britische Fluglinie British Airways hat alle Flugverbindungen von und nach China gestoppt. Gleiche Maßnahmen hat die Lufthansa umgesetzt, die bis auf Weiteres ebenfalls China nicht mehr anfliegen wird. Die Regierung in Peking hat den chinesischen Bürgen dazu geraten derweil auf Auslandsreisen zu verzichten. Auch das wird die Nachfrage im Flugverkehr reduzieren. 


Experten rechnen damit, dass die Ölpreise für einige Monate tiefer notieren werden. Erst wenn die Eindämmung des Virus absehbar ist rechnet man mit einer Entspannung. Ganz anders wird die Lage von Saudi-Arabien eingeschätzt. Der dortige Ölminister bin Salman ist stets um eine Beruhigung der Situation bemüht. Demnach sind die Ölpreise aktuell stark psychologisch getrieben und die Markterwartungen sind zu pessimistisch. Dabei ist die Auswirkung auf die Ölpreise aktuell sehr schwach. Dabei hat er auf das SARS-Virus hingewiesen, das laut ihm keine Auswirkung auf die Ölnachfrage gehabt hat. Sollte der Ölmarkt stabilisiert werden müssen, werden die OPEC alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, so die Aussage des Ölministers, der damit die Preise stützen möchte. 


Rohölaufbauten in den USA


Die Daten des DOE haben die Markterwartung übertroffen. Um insgesamt 3,5 Mio. Barrel sind die Rohölbestände gestiegen. Die Produktbestände haben sich bei den Destillaten verringert und bei Benzin erhöht. Die Benzinbestände liegen in den USA daher auf einem neuen Rekordhoch. Insgesamt lag die Veränderung der Produktbestände innerhalb der Erwartungen. Die Nachfrage nach Benzin und Destillatprodukten ist zugleich seit 4 Wochen gesunken und begünstigt damit die hohen Bestände in den USA. Der Markt ist laut diesen Daten weiterhin gut versorgt und eine Auswirkung aufgrund der Exportausfälle in Libyen zeichnet sich bis hierher nicht ab. 
 

Daher liegen die Ölpreise heute mit etwa einem Prozent deutlich im Minus. Brent kostet aktuell 58,96 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert im Moment bei 52,57 US-Dollar pro Barrel. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 63,29 Euro.

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