Rohölpreise behaupten sich

Das Marktumfeld für Preissteigerungen ist nach wie vor schwierig. Die Entwicklung der Coronapandemie ist weiterhin von tragender Bedeutung.

06.08.2020 | Robby Erkmann

Die US-Rohölbestände verzeichnen mit den wöchentlichen Bestandszahlen einen deutlichen Abbau, der mit 7,4 Mio. Barrel größer ist als die Expertenschätzungen vorhergesagt haben. Zugleich bleiben die US-Rohölbestände mit 518,6 Mio. Barrel auf einem außerordentlich hohen Niveau. Die Rohölförderung liegt derweil bei rund 11 Mio. B/T und damit ebenfalls weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Coronapandemie. Die Nachfrage nach Ölprodukten ist mit 17,9 Mio. B/T ebenfalls schwach und ist im Vergleich zur Vorwoche um 1,2 Mio. B/T gefallen. Dafür überraschte der Einkaufsmanagerindex aus dem Dienstleistungssektor die Experten in positiver Weise, indem der Zähler von 55 auf 58,1 Punkten anstieg. Andererseits enttäuschte der gleiche Index für den chinesischen Markt und blieb hinter den Erwartungen zurück. Die deutsche Industrie verzeichnete für den Monat Juni einen enormen Anstieg bei den Arbeitsaufträgen von fast 28 Prozent. Experten hatten bei der Prognose lediglich einen Wert von etwa 10 Prozent erwartet. 


In dem uneinheitlichen Marktumfeld liegen die Rohölpreise heute Morgen leicht fester. Brent kostet im Moment 45,37 US-Dollar pro Barrel und WTI wird jüngst für 42,26 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 47,29 Euro pro 100 Liter und ist damit spürbar teurer als gestern. 


Zurückhaltung bei der OPEC


Die Verkaufspreise der OPEC und deren Mitglieder für Rohöllieferungen im September sind noch nicht bekannt. Bereits vergangene Woche sollten die Abnehmer hierzu informiert werden. Aktuell wird spekuliert, dass Saudi-Arabien bereits heute Zahlen veröffentlichen wird. Jedoch gab es auch Informationen, dass dies erst kommende Woche bekannt gegeben wird. Experten vermuten Preisreduzierungen für die Märkte in Asien. Einerseits wird das Angebot der OPEC weiter angehoben, da die Förderkürzungen reduziert werden. Andererseits kämpfen die Ölproduzenten auch um Marktanteile, da die Nachfrage mit Erholung der Wirtschaft ebenfalls steigen dürfte. Die Experten der ING Bank äußerten zuletzt auch Zweifel, ob Produktionssteigerungen überhaupt sinnvoll sind, da der Markt und die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten in einem schwierigen Umfeld sind. Die Destillatbestände in den USA sind momentan auf dem höchsten Stand seit 38 Jahren. Die Erholung am US-Arbeitsmarkt bereitet ebenfalls sorge, da diese langsamer als erhofft einsetzt. Daher bleibt abzuwarten, ob die OPEC ihre Strategie nochmal überdenkt oder anderweitige Anpassungen vornimmt, den Rohölpreis zu stabilisieren. 
 

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