Rohölpreise erneut niedriger

Die Rohölpreise haben weiter nachgegeben und damit bewiesen, dass trotz sehr niedrigem Niveau noch Platz für weitere Preisnachlässe ist.

18.03.2020 | Robby Erkmann

In den USA wird für das zweite Quartal mit einer um 8 Prozent schrumpfenden Wirtschaft gerechnet. Die EU-Kommission erwartet im Hinblick auf die aktuelle Situation eine Rezession der Wirtschaft um 2,5 Prozent für das Jahr 2020. Angesichts der schwer abschätzbaren Folgen durch Corona und insbesondere der Dauer vielerlei Gegenmaßnahmen, sollte diese Aussicht unter Vorbehalt betrachtet werden. Es kann auch schlimmer kommen. Die deutsche Konjunktur wird es ebenfalls hart treffen. So ist der ZEW-Konjunkturerwartungsindex für Deutschland so stark gefallen wie noch nie in seiner Geschichte. Der Erwartungswert liegt mit minus 43,1 Zählern deutlich im Minus und auch oberhalb der Erwartung der zuvor befragten Experten. Die sich abzeichnende schwächelnde Wirtschaft und die Angst einer Rezession hat viele Ökonomen schon im letzten Jahr beschäftigt. Mit der neuen Situation konnte so niemand rechnen und dies hat der ohnehin angeschlagenen Konjunktur nun den Rest gegeben. Die Märkte werden ein schwieriges Jahr haben und der Rohölpreis wird nur mit Mühe wieder das Niveau vom Jahresanfang erreichen können. 


Irak für OPEC-Sondermeeting


Die Analysten sagen immer drastischere Folgen für die Rohölnachfrage voraus. Goldman Sachs rechnet mit einem Nachfragerückgang von 8 Mio. B/T und hate die Preisprognose für Brent von 30 auf 20 US-Dollar für das zweite Quartal gesenkt. Die Abhängigkeit der OPEC-Staaten vom Rohöl ist hinlänglich bekannt. Der Irak finanziert sich zu 95 Prozent aus den Rohöleinnahmen und ist durch Kriege und den IS stark angeschlagen. Zudem lastet eine hohe Schuldenlast auf viele OPEC-Mitglieder. Daher hat der Irak dafür plädiert die Rhetorik unter den Staaten nicht weiter anzuheizen, sondern sich gemeinsam stark zu machen, um eine Lösung zu finden. Russland und Saudi-Arabien sind nach wie vor nicht gewollt konstruktive Gespräche zu führen. Diese Tatsache wird in den kommenden Wochen und Monaten für eine deutliche höhere Rohölförderung sorgen und so den Markt noch stärker überversorgen. Das aktuelle Preisniveau für Rohöl kann für die Staaten im Nahen Osten verheerende Folgen haben und so für noch mehr innenpolitische Unruhen sorgen, sofern der Staat Sparmaßnahmen ergreift, die dann wieder den ärmeren Bevölkerungsteil trifft.


Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute unterhalb des gestrigen Niveaus bei 54,35 Euro pro 100 Liter. Brent und WTI liegen heute Morgen wieder niedriger und deutlich unterhalb der 30 US-Dollar Marke. Brent kostet 28,42 US-Dollar pro Barrel und WTI liegt aktuell 26,38 US-Dollar pro Barrel. 
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation