Rohölpreise schwanken weniger

Diese Woche starten die Ölpreise etwas ruhiger. Auch heute liegen die Notierungen weniger verändert, wenngleich die Gesamtlage bearish bleibt.

12.05.2020 | Robby Erkmann

Die Ungewissheiten am Markt bleiben auch durch die sukzessive Rücknahme der Coronabeschränkungen vorherrschend. Die Sorge ist groß, dass eine neue Infektionswelle wieder zu strikten Beschränkungen führen könnte. O sind die Zahlen in Deutschland wieder leicht steigend und auch in China gibt es in Wuhan erste Neuinfektionen. Ebenfalls mit neuen Problemen bei den Neuinfektionen ist Südkorea. Die Momentaufnahme einer etwas ruhigen Ölbörse kann daher trügerisch sein. Mit weiteren negativen Effekten eines erneuten Lockdowns ist für die Ölpreise wieder die Gefahr hoch eines starken Preisabsturzes. Stützend wirkt sich die Entwicklung bei der Ölnachfrage und Produktnachfrage aus. Experten rechnen damit, dass der Tiefpunkt im April erreicht wurde und die Nachfrage im Mai wieder höher liegen soll. In Indien wird der Bedarf an Diesel wieder zulegen, wenn die Lockerungen wieder die Arbeitsaufnahme der Landwirtschaft erlaubt. Das würde zu einem Anstieg von rund 25 Prozent führen. Zugleich nimmt der Auto- und Flugverkehr in China wieder deutlich zu und wird für eine Nachfragebelebung sorgen. Für Juni plant die Lufthansa die Zahl der Flüge zu verdoppeln. In Europa steht der Flugverkehr größtenteils noch still. Mit der Suche den Sommerurlaub in Europa unter Einschränkungen noch möglich zu machen, kann es in den kommenden Monaten zu einer deutlichen Belebung im Flugverkehr kommen.


Höhere Kürzungsquoten


Die Anhebung der Förderkürzungen durch einzelne OPEC-Staaten bleibt derweil ohne besondere Auswirkung. Saudi-Arabien hatte angekündigt nochmals 1,0 Mio. B/T vom Markt zu nehmen. Damit wird Saudi-Arabien nur noch rund 7,5 Mio. B/T fördern. Fraglich ist, wie lange die OPEC-Staaten derart drastische Kürzungen wirtschaftlich durchalten. Die Staatshaushalte sind zum stark abhängig aus den Einnahmen des Rohölverkaufs. Aus Expertensicht drückt dieses Vorgehen eher die Verzweiflung der OPEC aus, die Ölpreise unbedingt auf höherem Niveau stabilisieren zu müssen. Im Endeffekt ist die Nachfrage der ausschlaggebende Punkt und diese wird sich erst mit einer Erholung der Wirtschaft und eine Abnahme der Lockdowns deutlich erholen. Die erwarteten Bestandsaufbauten in den USA zeugen weiterhin von einem starken Nachfrageeinbruch. 


WTI kostet heute Morgen 24,85 US-Dollar pro Barrel und Brent liegt bei 30,05 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland notiert heute bei 50,22 Euro pro 100 Liter und ist damit leicht teurer als gestern. 
 

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