Rohölpreise starten etwas fester

Die Nachrichtenlage ist etwas freundlicher für die Ölnachfrage geworden. Das stützt das aktuelle Preisniveau und macht Hoffnung für die Zukunft.

18.05.2020 | Robby Erkmann

Chinas Industrieproduktion ist im April stärker angestiegen als es erwartet worden war. Insgesamt stieg die Produktionsleistung um 3,9 Prozent an. Zugleich erwartete die IEA einen Rückgang der Rohölbestände im zweiten Halbjahr 2020 um etwa 5,5 Mio. B/T. Steigender Raffineriedurchsatz in China macht Hoffnung auf einen dauerhaften Nachfrageanstieg. Diesen Effekt erwartet man durch die Lockerungen nun auch für andere Staaten, sodass die Nachfrage weltweit wieder anziehen sollte. Ungewissheit bleibt insofern bestehen, als dass ein zweiter großer Lockdown nicht ausgeschlossen werden kann. Marktteilnehmer haben streckenweise Angst, dass eine zweite Welle die Weltwirtschaft viel härter trifft als die erste Welle. Letztendlich kann nur ein wirksames Medikament oder ein Impfstoff diese Unsicherheit vollends ablösen. Zugleich hätte ein medizinischer Durchbruch einen stark positiven Einfluss auf. Auf der anderen Seite hofft die Ölindustrie, dass der Sommerurlaub nicht vollends abgesagt wird. Die Diskussionen darüber, wie dieser nun doch stattfinden kann, macht Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage in den Sommermonaten. Allen voran die Luftfahrtbranche verbraucht im Moment sehr viel weniger Kraftstoffe, da ein Großteil der Flotten dauerhaft am Boden bleibt. 

 


2-Monatshoch bei US-Rohöl


Der Preis für WTI ist im Moment so hoch, wie seit 2 Monaten nicht mehr. Das aktuelle Preisniveau liegt damit wieder leicht über 30 US-Dollar pro Barrel. Dieses Niveau reicht aus, damit die Ölproduzenten in den USA wieder optimistischer sind. In North Dakota, der Staaten mit dem zweitgrößten Fördervolumen in den USA, verzeichnete zuletzt ein Einbruch von rund einem Drittel bei der Ölförderung. Innerhalb des Rückgangs wurden rund 7000 Ölquellen abgeschaltet. Bei dem aktuellen Niveau beginnen viele Ölunternehmen wieder den Restart der Anlagen. Das zeigt, dass die US-Ölindustrie mit etwa 30 US-Dollar pro Barrel rentabel arbeiten kann. 
Auf der anderen Seite wollen die OPEC die zuletzt verschärften Förderkürzungen aufrechterhalten. Aktuell forciert man, die Kürzungen nicht wie geplant ab Juni leicht zurückzufahren, sondern auf dem Niveau von 9,7 Mio. B/T aufrecht zu erhalten. Die nächste Sitzung der OPEC dürfte Anfang Juni sein. Dann wird man darüber diskutieren, wie man dem Markt im weiteren Jahresverlauf stabilisieren kann. 
WTI kostet aktuell 31,14 US-Dollar pro Barrel und notiert rund 5 Prozent im Plus. Brent wird heute für 33,87 US-Dollar gehandelt und liegt mit rund 3,5 Prozent ebenfalls deutlich im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt mit 47,60 Euro pro 100 Liter auf einem sehr niedrigen Niveau.
 

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