Rohölvorräte der USA stark gesunken

Auch wenn im Vorfeld des gestrigen API-Berichts mit einem Rückgang der US-amerikanischen Rohölvorräte gerechnet wurde, übertreffen die veröffentlichten Zahlen die Erwartungen deutlich.

13.01.2021 | Christoph Warich

 

Die gemeldeten Abbauten um -5,8 Mio. Barrel stehen im starken Kontrast zu den von Analysten erwarteten -1,9 Mio. Barrel und sorgten in der vergangenen Nacht für kurzfristige Preissteigerungen.
Dass diese wiederrum nicht allzu groß ausfielen, lag an dem unerwartet starken Anstieg der Destillatsbestände. Und auch die Vorräte an Benzin haben dem Institut zufolge zugenommen. Grund dafür dürfte eine zuletzt erhöhte Auslastung der US-Raffinerien mit einer gleichzeitig gesunkenen Nachfrage nach Destillaten und Benzin sein. Als Resultat dieser gegenläufigen Entwicklungen halten sich die Einflüsse auf die Preise so ziemlich die Waage.
Weitere Daten werden sich nach Veröffentlichung des Bestandsbericht des DOE ergeben, welche im Laufe des heutigen Nachmittags erfolgen soll.

OPEC+ weicht von eigenen Kürzungsquoten ab

Schätzungen des Informationsdienstleisters Petro-Logistics zufolge sind die Mitglieder der OPEC+ im vergangenen Monat stärker von ihren eigenen Zielvorgaben abgewichen als noch im November. Die auf der Beobachtung von Tankerrouten basierenden Schätzungen ließen auf eine Quotentreue von nur noch knapp 75 Prozent schließen.
Und auch Mitglieder der OPEC wichen von den selbstauferlegten Produktionskürzungen ab und hielten diese nur zu knapp 82 Prozent ein. Auch wenn andere Marktbeobachter, wie beispielsweise die Nachrichtenagentur Reuters, eine strengere Einhaltung der vereinbarten OPEC+ Kürzungen feststellen, dürfte in Zukunft mit erneuten Konflikten innerhalb der Vereinigung zu rechnen sein.

EIA senkt Prognosen zur globalen Ölnachfrage

Die amerikanische Energiebehörde EIA hat in ihrem aktuellen Monatsbericht die für 2021 erwartete Ölnachfrage nach unten korrigiert. Es wird mit unter 98 Mio B/T gerechnet, einem erstmaligen Rückgang des Bedarfs seit der Wirtschaftskrise von 2009. Erst für das Jahr 2022 geht man wieder von einer Annäherung an das Niveau von vor der anhaltenden Corona-Pandemie aus.
Als einziger nennenswerter Markt trotzt China dem Trend, die EIA prognostiziert hier eine steigende Nachfrage auf 15,16 Mio. B/T. Nachdem aber zuletzt auch in China wieder zunehmende Infiziertenzahlen und entsprechende Gegenmaßnahmen vermeldet wurden, wird sich zeigen müssen ob diese Prognosen der Realität standhalten werden.

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