Russland erhöht Ölförderung nicht

Bisher war angenommen worden, dass auch Russland die Ölförderung im März anhebt. Dem war nicht so. Saudi-Arabien hat die Ankündigung umgesetzt.

03.04.2020 | Robby Erkmann

Entgegen der Erwartungen und Ankündigungen hat Russland die Rohölförderung nicht angehoben. Saudi-Arabien hat sein Versprechen umgesetzt und mehr als 12 Mio. B/T produziert. Trump hat sich in die Problematik mit der weltweiten Überversorgung von Rohöl nun massiv eingeschaltet. Er erwartet von Russland und Saudi-Arabien zusammen eine Kürzung von 10 Mio. B/T. Daher müssen beide Staaten nun eine neue Übereinkunft finden. Dies erscheint Marktteilnehmern als sehr optimistisch und kaum umsetzbar. Zumindest solange nicht umsetzbar, wie sich die USA nicht an den Kürzungen beteiligen werden. Heute ist mit US-Spitzenvertretern aus der Ölbranche ein Treffen im Weißen Haus angesetzt. Dort will Trump die aktuelle Lage besprechen und die zukünftige Strategie, wie Insolvenzen in der Ölbranche vermieden werden können. Bei dem aktuellen Preisniveau sind Zahlungsprobleme in der Ölindustrie unausweichlich. Saudi-Arabien hat die OPEC, sowie Russland und weitere Produzenten zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen. Die eine Besserung in der Nachfragesituation nicht in Sicht ist, wird es keinen anderen Weg geben, als die Fördermengen zu drosseln. Die aktuelle Bewegung im Markt kann auch die heutigen Ölpreise stützen. 


Brent und WTI liegen heute erneut deutlich höher als zur Tageseröffnung. Brent kostet aktuell 31,35 US-Dollar pro Barrel und WTI liegt im Moment bei 25,49 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 59,14 Euro pro 100 Liter.


Russland sieht Handlungsbedarf


Der russische Präsident Putin hat aufgrund des Preisverfalls nun Stellung genommen. So sieht er aktuell dringend Handlungsbedarf, diesem Preisniveau mit Gegenmaßnahmen zu begegnen, da es für die heimische Wirtschaft eine ernste Herausforderung sei. Putin sucht daher die Gespräche mit den Partnern des Ölkartells. Das deckt sich mit dem Vorhaben Saudi-Arabiens, die eine Dringlichkeitssitzung einberufen wollen. Daher könnten nun beide Staaten wieder auf einer Wellenlänge sein und so die Überversorgung am Markt vermindern. Putin klang in seiner Ansprache sehr ernst und betonte, dass die Ölbranche stark unterfinanziert ist und damit bald Förderanlagen stillstehen würden. Vor dieser Ansprache hatte Putin ein Telefonat mit US-Präsident Trump geführt. Die Zeichen für ein weiteres Zusammenarbeiten der OPEC und Russland stehen daher gut. Zudem wird spekuliert ob sich auch die USA beteiligen werden. 
 

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