Schwacher Wochenstart der Ölpreise

Mit Wochenbeginn geht es am Markt auf niedrigem Niveau deutlich bergab. Die Ausnahmesituation am Ölmarkt durch die Überversorgung hält weiter an.

27.04.2020 | Robby Erkmann

Die IEA und andere Institute und Experten sehen nach wie vor die Nachfrage nach Rohöl um ein Drittel niedriger als vor der Coronakrise. Das bedeutet, dass weltweit zwischen 20 und 30 Mio. Barrel zu viel Rohöl gefördert wird. Problematisch wir mehr und mehr die Einlagerung der geförderten Mengen, die nicht verbraucht werden. Betrachtend auf globaler Ebene zeigt eine Analyse des Datenspezialisten Kepler eine 73 prozentige Auslastung der verfügbaren Speicherkapazitäten. Lagerkapazitäten, die den Staaten für die strategischen Reserven zur Verfügung stehen haben mit Stand von Donnerstag letzter Woche noch Platz für 368 Mio. Barrel. Die frei verfügbaren Lagerstätten am Markt belaufen sich auf 902 Mio. Barrel. Beide Werte zusammen entsprechen der globalen Ölprodukten, die innerhalb von zwei Wochen gefördert wird. Mit einer Überversorgung von aktuell rund einem Drittel, wären die Lager in rund 6 Wochen vollends ausgelastet. Die USA und China haben dabei noch Speicherreserven von mehr als hundert Million Barrel. Danach folgen Japan und Südafrika mit mehr als 40 Mio. Barrel an freien Lagerbeständen. Die freien Lagervolumen vieler OPEC-Staaten liegen damit bereits unter 40 Mio. Barrel.


Höhepunkt der Coronakrise?


Die Märkte und Experten sind in großer Unsicherheit. Denn ob der Höhepunkt der Krise erreicht ist, kann niemand abschätzen. Wenngleich die Staaten versuchen mehr Lockerungen umzusetzen, ist die Angst groß, dass es erneut zu härteren Maßnahmen kommen kann, wenn die Infektionsrate wieder steigt. Zudem sorgt man sich um die Konsumlaune der Bürger. Mit Öffnung vieler Läden hat sich gezeigt, dass die Einkaufslaune der Bevölkerung deutlich abgeschwächt ist. Viele haben Angst beruflich von den Folgen betroffen zu sein. Viele Betriebe haben nach wie vor Kurzarbeit, sodass die Angestellten hier nur 67 Prozent des eigentlichen Verdiensts vom Staat erhalten. Damit ist klar, dass vor allem die OPEC und alle anderen Ölförderer den Markt beruhigen müssen, indem die Kürzungen der Ölförderung verschärft werden.


Die Sorte WTI liegt heute Morgen mit über 15 Prozent sehr stark im Minus. Ein Barrel kostet demnach 14,59 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent notiert über 5 Prozent niedriger und kostet 20,62 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 52,58 Euro pro 100 Liter. 
 

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