Spannende Ölpreisentwicklung

Kurz vor dem langen Osterwochenende berät die OPEC+ über das weitere Vorgehen. In der kommenden Woche kann es daher wieder volatil werden.

09.04.2020 | Robby Erkmann

Die OPEC-Staaten und deren erweiterter Kreis beraten sich heute per Videokonferenz über eine Möglichkeit die Ölpreise zu stabilisieren. Dazu soll wieder ein Abkommen getroffen werden, welches die Förderung von Rohöl kürzt. Auf dem letzten Treffen kam es zu keiner Einigung, weshalb es seit Anfang April keine offiziellen Förderbegrenzungen mehr gibt. Dies hat zu einer starken Anhebung der Ölförderung unter den Staaten geführt. Allen voran der Preiskampf zwischen Russland und Saudi-Arabien hat zu einer merklichen Verbesserung der Rohölversorgung am Markt geführt. Daher erwartet man von beiden Staaten starke Einschnitte bei der Ölförderung. Fraglich ist, inwiefern die USA noch einen Beitrag leisten können, ohne dem Kartell offiziell anzugehören oder eine gemeinsame Strategie mit der OPEC zu verfolgen. Klar ist nur, dass Trump die Ölpreise zu niedrig sieht, da die heimische Ölindustrie mit dem aktuellen Preisniveau nicht leben kann. Für eine allgemeine Stützung des Preisniveaus benötigt es allerdings hohe Fördereinschnitte. Experten rechnen damit, dass 10 Mio. B/T vom Markt genommen werden müssen, damit die Kürzungen eine Wirkung zeigen. 


Experten bleiben pessimistisch 


Trotz der vermeintlich guten Aussichten infolge der Verhandlungen der OPEC und deren Verbündeter, bleiben Analysten zurückhaltend. Die Coronakrise hat bisher zu starken Marktverwerfungen geführt und hat die Nachfrage mach Rohöl derart stark fallen lassen, dass das Preisniveau auf ein 18 Jahrestief gefallen ist. Die Ölpreise sind in der Folge auf bis zu 20 US-Dollar gefallen. Damit hatten diese rund zwei Drittel einbüßen müssen. Für die meisten OPEC-Mitglieder ist ein derartiger Preis ein existenzielles Problem, da die Staatshaushalte abhängig von den Einnahmen sind. Die weiteren Einschnitte bei der Rohölnachfrage können nach jetzigem Stand kaum vorhergesagt werden. Aktuell fragt der Markt mindestens 10 Mio. B/T weniger Rohöl nach. Andere Analysen sehen die Rohölnachfrage noch deutlich geringer. Zugleich kann die Entwicklung im Jahresverlauf stark schwanken. Es kann zu einer starken Gegenbewegung kommen, doch danach sieht es aktuell nicht aus. Insbesondere die USA haben schwer mit der Pandemie zu kämpfen. Als größte Volkswirtschaft der Welt ist ein Einbruch der Rohölnachfrage in den USA von tragender Bedeutung. 


Brent und WTI sind heute Morgen wenig verändert. WTI kostet 26,17 US-Dollar pro Barrel und Brent liegt bei 33,48 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 53,18 Euro pro 100 Liter.
 

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